Bestimmt mit, was bleibt!
Die Objekte
Rickmers von oben
Rote Karte von der Ecke
…und heute gibt es Fisch!
Ein Stück Theatergeschichte
Numisnautik aus der Seestadt
Einfach nur Gläser?
Zum Klönschnack bei Lebensmittel Kröncke
Bremerhaven - Meine einzige Liebe
„Das war ja unser Schiff, das haben wir bis zum bitteren Ende betreut“
Die besten Pommes der Stadt!
Mit Herzblut für die VGB
„Ein Teddybär wär´ mir lieber gewesen“
Eine besondere Auftragsarbeit
Abenteuerspielplatz Schuhmacherwerkstatt
Mehr als nur ein Stein
Tanz mit!
Unscheinbar und voller Erinnerungen
Die Bombe im Schlick
Steinbock und Löwe
Erinnerung an ein neues Leben
Aus dem Stadtbild verschwunden
Royaler Besuch
Erinnerungen aus der Kriegsgefangenschaft
Als die Hafenstr. 42 noch keine Ruine war
Im Dienst der Gesundheit
„Für gute Leistungen“
Hallenbad Süd
Ein letztes Mal nach Mittelerde
Alle Mann an Bord?
Von menschenwürdigem Verhalten in Zeiten der Gewalt
Vom Römischen Reich zur Museumsgründung
Nur eine Jacke?
Teil einer Superlative
Gescheiterte Idole
Odyssee eines Bierkrugs
Kollegen von R2-D2?
Zum Klönschnack bei Lebensmittel Kröncke
In Lehe war Gerda Kröncke eine Institution. Die Bremerhavenerin betrieb in der Poststraße Ecke Stresemannstraße bis zur Mitte der 1980er Jahre ein Lebensmittelgeschäft mit angeschlossener Bäckerei. Der Laden war für die Stammkundschaft nicht nur ein Ort, um die Dinge des täglichen Bedarfes einzukaufen, sondern auch ein beliebter sozialer Treffpunkt. Den neusten Klatsch und Tratsch gab‘s zum Einkauf gratis dazu.
Ulrich Kröncke ist vor und hinter dem Verkaufstresen groß geworden. Nach dem frühen Tod des Vaters führte seine Mutter das Geschäft alleine fort. Er erinnert sich noch gut daran, wie die elektrische Kaffeemühle pausenlos in Betrieb war und im Laden einen aromatischen Duft nach frisch gemahlenen Kaffeebohnen verbreitete. Zusammen mit der extra großen Schau-Kaffeedose der Bremerhavener Marke Schütz-Kaffee mit integrierter Glasscheibe zum Präsentieren der Ware, hatte die Kaffeemühle all die Jahre einen festen Platz im Laden. „Ich bin da ja groß geworden, die war immer da“, erzählt Ulrich Kröncke. Mit diesem Ensemble beteiligt er sich bei Bestimmt mit, was bleibt.
An die angeschlossene Familienbäckerei erinnert ein weiteres Objekt, das seinen Zweck auf den ersten Blick nur dem geschulten Auge verrät. Es handelt sich um eine Maschine zum Befüllen von Berlinern. Als Schuljunge war es die Aufgabe von Ulrich Kröncke die Marmelade in die Berliner zu befördern. Wenn es auf Silvester zuging war Hochkonjunktur angesagt. Dann stand er bereits um 3 Uhr in der Früh an der Maschine, um die Bestellungen abzuarbeiten, die an Privatpersonen und die Bremerhavener Filialen des „Deutschen Supermarktes“ gingen – der ein oder andere Senfberliner war auch mit dabei.
Geöffnet hatte Lebensmittel Kröncke immer von montags bis freitags bis 18 Uhr, am Samstag bis 14 Uhr. Nicht selten kam es vor, dass Kund*innen nach Feierabend an der benachbarten Wohnungstür klingelten und nach einer Flasche Korn für den spontanen Besuch fragten. Geschlossen war der Laden niemals länger als 14 Tage am Stück, um zu verhindern, dass die Kundschaft zur Konkurrenz abwanderte. 1985 war dann Schluss. Gerda Kröncke ging in den wohlverdienten Ruhestand, zeitgleich ging die Ära der privat geführten Lebensmittelgeschäfte zu Gunsten der großen Supermärkte langsam zu Ende.