Tagebuch
Erinnerung an die Zeit meiner Kriegsgefangenschaft in Frankreich
Was zunächst wir ein unscheinbarer Stapel loser Seiten wirkte, entpuppte sich bei näherer Betrachtung als bewegendes persönliches Zeugnis. Das Notizbuch von Georg Ennen aus Lehe spielgelt die Erfahrungen und Gedanken wieder, die ihn 1947/48 während seiner Kriegsgefangenschaft bewegten. Zumeist in Reimform und mit Zeichnungen und Karikaturen versehen wird ein Alltag zwischen körperlicher Arbeit, eintöniger Verpflegung und der Sehnsucht nach der Heimat erkennbar. Sicher waren es auch diese Erfahrungen, die Georg Ennens weiteres Leben prägten und ihn bewogen sich für gesellschaftlich benachteiligte Menschen einzusetzen. Nach seiner Rückkehr nach Bremerhaven unterrichtete er ab 1950 als Sonderschullehrer und setzte sich für Unterstützung von Menschen mit Behinderung ein. Das Leben in Bremerhaven prägt bis heute die auf seine Initiative erfolgte Gründung der Lebenshilfe Bremerhaven e.V. 1960.
In der Sammlung steht dieses Notizbuch beispielhaft dafür, wie die Verarbeitung einschneidender Erlebnisse einzelner auf lange Sicht positive Entwicklungen in der Stadt anstoßen kann.