Auflösungsprotokoll Freie Turnerschaft Geestemünde
Das „Volk (trägt) selbst die Verantwortung. Denn es hat sich seiner Verfassung nicht würdig erwiesen und wird seinen Unverstand noch mit Tränen und Blut bezahlen müssen.“ Das waren prophetische Worte und sie waren mutig. Die Freie Turnerschaft Geestemünde schrieb sie im Juni 1933 nieder, als sie sich der sogenannten Gleichschaltung widersetzten. Statt sich der Diktatur der Nationalsozialisten unterzuordnen, beschlossen Vorstand und Mitglieder des Arbeitersportvereins einstimmig sich aufzulösen. Konsequent standen sie zu ihren freiheitlichen, friedlichen und demokratischen Werten und sahen bereits drei Monate nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten voraus, dass deren Politik in „Tränen und Blut“ enden würde.
Vergraben im Garten überstanden die Protokolle die anschließende Verfolgung der politischen Gegner durch die Faschisten sowie den, von den Nationalsozialisten begonnenen, Zweiten Weltkrieg.
In der Sammlung des Historischen Museums Bremerhaven sind die Protokolle ein deutschlandweit seltenes, frühes Zeugnis von demokratischer Zivilcourage im Angesicht der Gewalt.