Büste Walter Delius
Die Büste zeigt den Oberbürgermeister der ehemals preußischen Stadt Wesermünde, Dr. Walter Delius (1884 – 1945). Delius hätte eine ruhmreiche Person in der Geschichte Bremerhavens sein können. Auf ihn ging seit 1917 gegen alle Widerstände und selbst Morddrohungen die Vereinigung der getrennten Städte Bremerhaven, Lehe und Geestemünde zu einer gemeinsamen Großstadt zurück. Mit der Eingliederung Bremerhavens in die 1924 aus dem Zusammenschluss von Lehe und Geestemünde hervorgegangene Stadt Wesermünde brachte er dieses Bestreben 1939 zum erfolgreichen Abschluss. Die Stadt, die 1947 in das heutige Bremerhaven umbenannt wurde, war sein Verdienst.
Doch seine widerstandslose Einbindung in die Entrechtung und Deportation der jüdischen Mitmenschen in Wesermünde, wie auch während zweier Einsätze im besetzten Ausland während des Zweiten Weltkrieges, machten Delius zu einem aktiven Unterstützer des Nationalsozialismus und damit auch der Schoa.
In der Sammlung des Historischen Museums steht die Büste von Dr. Walter Delius deswegen für ein beruflich erfolgreiches aber moralisch gescheitertes Leben.