Saalausstellung
Der „Nordmolenturm“
Historische Fotos, Grafiken und Gemälde
21. März bis 25. Mai 2026
Anlässlich des Baustarts für die neue Nordmole startete die Nordsee-Zeitung in Kooperation mit der bremenports GmbH & Co. KG einen Aufruf, Erinnerungen an das ehemalige Leuchtfeuer auf der Nordmole, den „Nordmolenturm“, einzureichen. Mit einem Potpourri historischer Fotos, Grafiken und Gemälden, auf denen der Molenturm abgebildet ist, schließt sich das Historische Museum vom 21. März bis 25. Mai gerne diesem Aufruf an.
Der Molenturm war in erster Linie ein Funktionsbauwerk. Als Leuchtfeuer markierte er die Nordseite der Einmündung der Geeste in die Weser. Er war Bestandteil der gesetzlich vorgegebenen, international vereinbarten Fahrwassermarkierung, diente der Sicherheit der Schifffahrt und dem seeseitigen Warenverkehr, der Wirtschaft. Darüber hinaus war er alt. Stilistisch im Stil der gemäßigten Moderne der Reformarchitektur 1912 bis 1914 handwerklich solide und optisch ansprechend ausgeführt, war er ein Denkmal. Für Generationen gehörte er zur gewohnten Silhouette der Stadt, war ein beliebtes Hintergrundmotiv in der Fotografie wie in der Kunst. Und er war ein privates Ausflugsziel. Von hier hatte man einen seeseitigen Blick auf die Seestadt. Dem Stadtlärm entrückt, ergab sich im intimen Sichtschutz des Turmes manch persönlicher Moment.
Er besaß jedoch nicht die historische Größe und die Aura weit älterer und markanterer Leuchtfeuer. Ein Wahrzeichen war er nicht, bis er am 18. August 2022 nach rund 110 Jahren kippte. Dann ging das Bild des schiefen, nördlichen Molenturms viral, wurde weltweit zum Sinnbild für die marode Infrastruktur Deutschlands. Zurück blieben Erinnerungen sowie bildliche Zeugnisse seiner jahrhundertlangen Existenz. Jetzt bekommt er einen Nachfolger. Nicht an gleicher Stelle und deshalb nicht originalgetreu, doch unter denkmalpflegerischer Bezugnahme mit Resten des Originals.
Mit einer Auswahl historischer Fotos, Grafiken und Gemälden aus der städtischen Sammlung erinnert das Historische Museum an das kleine Bauwerk, dessen Geschichte sehr bewegt.
Foto: Historisches Museum Bremerhaven, 2026