Niet der Nordschleuse
Ein kleiner Niet erinnert an ein Bauwerk der Superlative. Seit der Gründung Bremerhavens beschritten die Verantwortlichen im Hafenbau an der Geestemündung stets innovatives Neuland. Das „erste“, die „weiteste“, die „größte“, die „modernsten“, die „längste“ – der Hafenbau in Bremerhaven und Geestemünde war über 100 Jahre lang eine Abfolge von maßstabbildenden Superlativen.
Seit März 1928 arbeiteten rund 1.150 Arbeiter und Ingenieure unter der Leitung von Dr. Arnold Agatz (1891–1980) an der nächsten Superlative. Mit 23 Lokomotiven und 19 Rammen bewegten sie 3 Millionen Kubikmeter Boden, rammten 26.000 Holzpfähle und verbauten 17.000 Tonnen Eisen und das gleiche Gewicht in Spundwandbohlen mit 245.000 Kubikmeter Eisenbeton zur Nordschleuse, damals eine der größten Schleusen der Welt, die im August 1931 vorzeitig (!) ihren Betrieb aufnahm. 2021 zeichnete die Bundesingenieurkammer die Nordschleuse als ein historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland aus. Ein Nachlass von Dr. Agatz befindet sich in der Sammlung des Historischen Museums und der kleine Niet von einem Schleusentor erinnert an die infrastrukturtechnische Meisterleistung.