Faszination Windjammer
SAIL Bremerhaven 1986–2020

26. Mai bis 1. November 2020

 

Ein Jahr arbeitete das Team des Historischen Museums Bremerhaven an den Vorbereitungen zur neuen Sonderausstellung „Faszination Windjammer – SAIL Bremerhaven 1986 – 2020“, am 20.05.2020 sollte die feierliche Eröffnung sein. Nun ist einiges durch den Ausbruch der Corona-Pandemie anders gekommen. Das Museum wurde vorübergehend für die Öffentlichkeit geschlossen, die SAIL 2020 abgesagt. „Gerade weil die SAIL 2020 ausfallen muss, finden wir es wichtig, in einer Ausstellung zu zeigen, welcher logistische Aufwand hinter so einer Großveranstaltung steckt und wieviel Menschen an der Planung und Durchführung beteiligt sind. Die Ausstellung ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen, zeigt aber in erster Linie, welche Faszination von Windjammern früher wie heute ausgeht und welche Bedeutung diese Großsegler für Bremerhaven haben,“ meint Museumsdirektorin Dr. Anja Benscheidt. Tecklenborg und Rickmers gehören auch heute noch zu den weltbekannten Werften, auf denen diese Schiffe gebaut wurden, und einige sind immer noch in Fahrt. Ein prominentes Beispiel ist die Viermastbark „KRUZENSHTERN“, die 1926 bei Tecklenborg als „PADUA“ vom Stapel lief und häufiger Gast auf der SAIL ist.

Historische Windjammer
Für große Segelschiffe mit einer Rahtakelung prägte man ab 1870 die Bezeichnung „Windjammer“. Bereits auf Zeitgenossen übten Windjammer eine große Faszination aus, stellten sie doch den glanzvollen Höhepunkt einer jahrhundertelangen Entwicklung in der Seeschifffahrt dar. Heute wird der Begriff auch auf Großsegler mit anderer Takelung wie beispielsweise Schoner, Brigg oder Barkentine ausgedehnt. Das Wort „Windjammer“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „vom Wind vorwärts gedrückt“.

Königinnen der Meere
Unter den rund 2000 historischen Windjammern hatten die größten Schiffe eine Länge über alles von über 140 Metern. Kein anderer Schiffstyp konnte sich in Größe, Schnelligkeit und Eleganz mit diesen „Königinnen der Meere“ messen. Sie waren mit drei oder vier, selten mit fünf Masten ausgestattet, die zum Teil über 60 Meter in die Höhe ragten. Die Windjammer waren überwiegend als Frachtschiffe und Segelschulschiffe auf langen Reisen zwischen den Kontinenten unterwegs. Unter ihnen herrschte ein ständiger Wettbewerb, wer der Schnellste auf den Meeren war.

SAIL Bremerhaven 1986-2020
Bremerhaven hat einen besonders engen Bezug zu Windjammern. An der Wesermündung befanden sich berühmte Schiffbaubetriebe wie Rickmers und Tecklenborg, die die größten und schnellsten Segelschiffe weltweit bauten. Seit den 1970er Jahren veranstaltet Bremerhaven Windjammer-Treffen, die ab 1986 „SAIL“ genannt werden und regelmäßig stattfinden. Dabei bilden historische Windjammer und andere Großsegler aus aller Welt für einige Tage auf der Basis von gemeinsamer Tradition und Völkerverständigung eine internationale Gemeinschaft. Die Windjammer-Treffen in Bremerhaven faszinieren jedes Mal Millionen Besucherinnen und Besucher. Dicht gedrängt liegen die stolzen Schiffe an den Kajen und laden zum Besuch ein. Matrosen aus aller Welt bevölkern die Häfen und mischen sich unter die „Sehleute“.

Die Ausstellung
Fünf Themenräume geben einen Überblick über die Geschichte der Windjammer und über die SAIL Bremerhaven. Zum Auftakt vermitteln historische Fotos, zeitgenössische Gemälde und eindrucksvolle Schiffsmodelle faszinierende Eindrücke von der vergangenen Welt der Windjammer. Bislang unveröffentlichtes Fotomaterial zeigt das harte Leben an Bord der „Königinnen der Meere“.

Der Großteil der Ausstellung widmet sich den SAIL-Veranstaltungen von 1986 bis zur abgesagten SAIL 2020. Besondere Schwerpunkte bilden die Schiffe und ihre Besatzungen, aber auch das bunte Treiben in den Häfen mit zahlreichen prominenten Gästen und „Sehleuten“. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt die aufwändige Planung und Organisation der Windjammer-Treffen. Eine wichtige Grundlage der Ausstellung ist das Fotoarchiv des bekannten Pressefotografen Wolfhard Scheer, der alle SAIL-Veranstaltungen mit der Kamera dokumentierte und dem dabei meisterhafte Momentaufnahmen gelangen. Außerdem werden eine Fülle von sehr unterschiedlichen Andenken von verschiedenen SAILs in Vitrinen und Schubladenschränken ausgestellt.

An verschiedenen Mitmach-Stationen haben große und kleine Ausstellungsbesucher/-innen die Möglichkeit, ihr seemännisches Wissen zu testen, Segelschiffstypen zu bestimmen, Seemannsknoten zu üben oder das Flaggenalphabet auszuprobieren. Ein Logbuch mit Rätselfragen kann an der Kasse erworben werden.

Sponsoren
Die Ausstellung wurde durch die finanzielle Unterstützung der Erlebnis Bremerhaven Gesellschaft für Touristik, Marketing und Veranstaltungen mbH sowie des Referates für Wirtschaft möglich. Außerdem gab es Zuwendungen vom Förderkreis Historisches Museum Bremerhaven e. V.

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