Flucht, Ausreise, Ankommen: Auf den Spuren von DDR-Biografien in Hamburg und Bremerhaven
Vortrag zum Tag der Deutschen Einheit im Historischen Museum Bremerhaven
Wie kann ein Raum geschaffen werden, der Menschen ermutigt, sich mit ihren persönlichen Erinnerungen in die Stadtgeschichte einzuschreiben? Wie lassen sich bisher unsichtbare Geschichten sichtbar und damit zugänglich machen?
Theresa Hertrich, geboren in Leipzig und im Oktober 1989 nach Bremerhaven geflohen, beforscht und vermittelt seit 2021 DDR-Geschichte in Hamburg. In ihrem Vortrag gibt sie Einblicke in die Projektarbeit an der Universität Hamburg und stellt das Projekt „Orte der (Un-)Sichtbarkeit“ vor. In dessen Rahmen sind ein Audiowalk, ein Begleitband und eine Ausstellung entstanden. Sie folgen den Spuren von Menschen, die zu unterschiedlichen Zeiten und auf verschiedenen Wegen aus der DDR nach Hamburg kamen. Im Mittelpunkt stehen Erinnerungen an Flucht, Ausreise und den Neuanfang nach politischer Haft.
Der Vortrag zeigt, wie persönliche Erfahrungen von Ankunft, Ankommen und gesellschaftlicher Veränderung erforscht, vermittelt und langfristig in die Stadtgeschichte eingeschrieben werden können. Zugleich fragt er danach, welche Bedeutung Hafenstädte wie Hamburg und Bremerhaven für Menschen aus der DDR als Orte des Ankommens, der Freiheit und neuer Perspektiven hatten.
Der Vortrag bildet den Auftakt eines zweiteiligen Projekts. Am folgenden Abend sind Menschen aus Bremerhaven und Umgebung mit eigener DDR-Biografie zu einem Erzählcafé eingeladen.