Stich CarlsburgKupferstich „Carls-Bourg“

Harmanus van Loon (1649–?)
Datierung: 1695
HMB 95/1086

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges regelte der Westfälische Frieden von 1648 die Neuordnung Europas. Das Königreich Schweden erhielt daraufhin die geistlichen Fürstentümer Bremen und Verden, zu denen auch das Gebiet des heutigen Bremerhavens gehörte. An der Mündung der Geeste in die Weser – auf dem Areal der heutigen Innenstadt – planten die Schweden den Bau einer befestigten Handelsstadt. Der Bau der nach dem schwedischen König Carl XI. benannten „Carlsburg“ begann 1672. Es war der erste Versuch einer Stadtgründung an der Unterweser. Die strategisch günstig gelegene Stadtanlage umfasste rund 480 Meter in der Breite und 760 Meter in der Länge.

Der Kupferstich von Harmanus van Loon zeigt eine typische Stadtplanung in der Zeit des Barocks, mit streng geometrischen Straßen innerhalb eines Befestigungsrings. Ein von der Geeste aus angelegter Kanal sollte als Binnenhafen dienen. In der Stadtmauer waren drei Tore vorgesehen. Ziel der Gründung war die Entwicklung eines Wirtschaftszentrums mit umfassenden Privilegien für Neubürger*innen. Obwohl der Ausbau der Stadtanlage aufgrund militärischer Verwicklungen nach einigen Jahren aufgegeben wurde, errang das Vorhaben überregionale Bedeutung.

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Carlsburg sind auf der Karte in einer Schleife der Geeste die Umrisse einer älteren Befestigung, der sogenannten Leher Schanze, eingezeichnet, die 1638 im Dreißigjährigen Krieg von den Dänen angelegt worden war und von den Schweden zu Gunsten der Carlsburg aufgegeben wurde.

Museumsbesucher*innen finden den Kupferstich in der Abteilung „Schätze aus dem Elbe-Weser-Dreieck“.

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