Senator Franz Kohn

In der heutigen Klußmannstraße wurde 1894 ein ganz besonderes Gebäude fertiggestellt. Die wachsende Gemeinde Geestemünde, die sich 1889 mit Geestendorf zusammengeschlossen hatte, ließ von dem Architekten Hubert Stier in der damaligen Bahnhofsallee ein repräsentatives Rathaus bauen. Der rote Backsteinbau war im historistischen Stil gehalten und bestach durch eine auffällige Dachgestaltung mit Türmen und Treppengiebeln. Im neuen Rathausgebäude waren die Büros des Bürgermeisters, des Magistrats und der Bürgervorsteher untergebracht.

Mit der Wahl zum Senator wurde der Unternehmer Franz Kohn, der bisher noch kein politisches Amt bekleidet hatte, 1898 Mitglied des Geestemünder Magistrats. Seine Wahl traf auf große Zustimmung, da die guten Ortskenntnisse Kohns und sein Verständnis für die Handels- und Schifffahrtsverhältnisse als wichtiger Beitrag für die Entwicklung von Geestemünde angesehen wurden. Als einer von vier Senatoren ging er vielen Aufgaben in verschiedenen Kommissionen nach. Sein größtes Engagement zeigte er in der Baukommission. Dort war Senator Kohn unter anderem am Bau des Krankenhauses, des Elektrizitätswerks und am Neubau von Schulgebäuden beteiligt. Dazu zählten das Realgymnasium (die heutige Wilhelm-Raabe-Schule) in der heutigen Friedrich-Ebert-Straße und die Höhere Mädchenschule in der heutigen Klußmannstraße. Für die Bildung setzte er sich auch im Kuratorium des Realgymnasiums und in der Museumskommission ein. 1903 wurde sein Amt durch eine einstimmige Wiederwahl bestätigt. Damit blieb Franz Kohn bis zu seinem Tod im Frühjahr 1909 Senator im Geestemünder Magistrat.

Foto: Historisches Museum Bremerhaven

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