Rebecca Kohn – die Frau hinter Kapitän Kohn

Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau. Das trifft auch auf Kapitän Kohn und seine Ehefrau Maria Rebecca zu. Ein Gemälde in der Sonderausstellung „Kapitäne und Holzfabrikanten“, eine Leihgabe des Deutschen Schifffahrtsmuseums, zeigt sie in der Zeit um 1855. Die Tochter des Gastwirts Wilken Riedemann und seiner Frau Elisabetha kam im Juni 1828 in Bremen zur Welt. Wie genau ihre Kindheit und Schulbildung aussah, ist nicht überliefert.

Doch sie beherrschte mehrere Sprachen und zeigte ein großes Interesse für die gesellschaftlichen Entwicklungen ihrer Zeit. Von ihrem Enkel Hans Kohn wird sie als „feine und sehr wohl-gebildete“ Frau beschrieben. Im Februar 1852 heiratete Rebecca den gleichaltrigen Franz Johann Syabbe Kohn, der bereits seit zwei Jahren als Kapitän zur See fuhr. Die Reise nach der Hochzeit unternahm das junge Paar gemeinsam. Sie führte über Puerto Rico nach New York und dauerte drei Monate. Doch die nächsten Jahre verbrachte Rebecca oft getrennt von ihrem Ehemann, dessen Fahrten auch mal sechs Monate dauern konnten. Vier von ihren fünf Kindern brachte sie in seiner Abwesenheit zur Welt. Und auch vor der Trauer um die zwei ältesten Kinder, die als Kleinkinder starben, blieb das Ehepaar Kohn nicht verschont. Trotzdem verband die beiden eine glückliche Ehe und eine große Zuneigung. Als Kapitän Kohn sein Seemannsleben aufgab und in den Geestemünder Holzhandel einstieg, unterstützte Rebecca ihn, indem sie den Gründungsvertrag von „Pundt & Kohn“ aufsetzte. Kurz vor ihrem Tod 1870 nahm sie ihrem Mann noch das Versprechen ab, die Töchter erst mit 21 Jahren heiraten zu lassen und ihnen das Tragen eines Korsetts zu verbieten. Tochter Betty besuchte schließlich das Lehrerinnenseminar in Bremen und ihr Bruder Franz förderte die Mädchen- und Frauenbildung in Geestemünde.

Foto: Historisches Museum Bremerhaven

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