Eine Villa in der Borriesstraße

In einem Stadtführer von 1913 wird die von Linden gesäumte Borriesstraße als „schönste und vornehmste Straße von Geestemünde“ bezeichnet. In der belebten Geschäftsstraße standen besonders repräsentative Gebäude wie das Riedemannsche Palais, die Geestemünder Bank oder das Landratsamt. Zu den aufstrebenden Geestemünder Unternehmer/-innen, die sich in der Borriesstraße niederließen, zählte auch der Sohn von Kapitän Kohn. Franz Kohn führte seit 1880 die erfolgreiche Holzhandlung „Pundt & Kohn“. 1885 kaufte er ein Grundstück neben der Geestemünder Bank, auf dem er ein neues Wohn- und Geschäftshaus  errichten ließ. Eine Bauzeichnung von Christian Ludwig zeigt die aufwendige Fassade zur Straßenseite hin. Das Original wird im Stadtarchiv verwahrt. Die Villa wurde auf Sandpfählen errichtet, die den lockeren Baugrund stabilisierten, und an der rechten Seite entstand ein markanter quadratischer Turm mit Fahnenmast.

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Blick auf Geestemünde um 1891

Wie sah Geestemünde Ende des 19. Jahrhunderts aus? Neben Fotografien von Straßen und Gebäuden geben Stadtpläne spannende Einblicke in vergangene Zeiten. Ein besonders schönes Exemplar ist in der Sonderausstellung „Kapitäne und Holzfabrikanten“ zu sehen. Die Lithographie von H. Gier aus dem Jahr 1891 zeigt den Hafenort Geestemünde mit seinen öffentlichen Einrichtungen und wichtigen wirtschaftlichen Betrieben. Gut zu erkennen sind die Hafenanlagen, die den Ort ab 1863 prägten.

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Rebecca Kohn – die Frau hinter Kapitän Kohn

Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau. Das trifft auch auf Kapitän Kohn und seine Ehefrau Maria Rebecca zu. Ein Gemälde in der Sonderausstellung „Kapitäne und Holzfabrikanten“, eine Leihgabe des Deutschen Schifffahrtsmuseums, zeigt sie in der Zeit um 1855. Die Tochter des Gastwirts Wilken Riedemann und seiner Frau Elisabetha kam im Juni 1828 in Bremen zur Welt. Wie genau ihre Kindheit und Schulbildung aussah, ist nicht überliefert.

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Holzumschlag am Geesteufer 1860

In den aufstrebenden Orten Bremerhaven und Geestemünde war Mitte des 19. Jahrhunderts der Bedarf an Holz sehr groß. Es wurde für den Bau der Häfen, in den Schiffbaubetrieben, für neue Gebäude und natürlich auch für die Möbel darin gebraucht. Die waldarme Küstenregion lieferte aber nicht mehr die nötigen Mengen, weshalb Holz importiert werden musste.

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Schiffsporträt der Brigg „JOHANN“

Die Sonderausstellung „Kapitäne und Holzfabrikanten. Die Geestemünder Unternehmerfamilie Kohn 1830–1967“ zeigt die Geschichte einer erfolgreichen Holzfirma und ihrer Inhaber/-innen, aber auch ein spannendes Kapitel der Geestemünder Stadtgeschichte. Franz Johann Syabbe Kohn (1828–1877), der die Firma „Pundt & Kohn“ gründete, verbrachte seine Kindheit zunächst im kurz vor seiner Geburt gegründeten Bremerhaven. Dort arbeitete sein Vater als Hafenlotse und später als Kapitän, bevor er auf der Ostsee verschollen blieb. Trotzdem zog es auch den jungen Franz J. S. Kohn zur Seefahrt. Mit finanzieller Unterstützung seines Stiefvaters legte er sein Examen an der Steuermann-Schule in Bremen ab und fuhr schon mit 22 Jahren als Kapitän zur See. Wie für einen Bremerhavener Kapitän nicht anders zu erwarten wäre, fuhr er Auswanderer nach Nordamerika. Diese Fahrten dauerten Mitte des 19. Jahrhunderts noch sechs bis acht Wochen. Bei ungünstigen Wetterbedingungen konnten die Reisen auch deutlich länger andauern.

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