Sonderausstellung vom 24.06.2017 – 29.10.2017

Die 1960er Jahre
Aufbruch in eine neue Zeit

Die 1960er Jahre begannen für Bremerhaven verheißungsvoll: Das „Wirtschaftswunder“ dauerte an und in der Gesellschaft wuchs der Wohlstand. Bremerhaven bot zahlreiche neue Arbeitsplätze und wurde für viele Menschen zu einem Anziehungspunkt. Die Einwohnerzahl stieg auf fast 150 000. Stadtplaner entwickelten Konzepte für ein neues Stadtzentrum und eine autogerechte Stadt. Es erfolgten hohe Investitionen in die städtische Infrastruktur. Gleichzeitig wurde in neuen Wohnvierteln  Platz für Zehntausende Bewohner geschaffen.

Maritime Wirtschaft
Im Bereich der maritimen Wirtschaft konnte Bremerhaven an die Erfolge der Vorkriegszeit anknüpfen. Größter Wirtschaftsmotor war die Fischwirtschaft. Mit modernen Hecktrawlern erzielte der Fischumschlag Rekordmarken. Zahlreiche neue Verarbeitungs- und Zulieferbetriebe entstanden im Fischereihafen. Auch die Überseehäfen veränderten durch neue Umschlagsparten ihr Gesicht. Die transatlantische Passagierschifffahrt erreichte ihren letzten Höhepunkt. Die Werften boten wieder Arbeit für Tausende Beschäftigte.

Traditionelle und moderne Lebenswelten
Der wirtschaftliche Wohlstand äußerte sich in einer zunehmenden Bedeutung des privaten Konsums. Kultur- und Freizeiteinrichtungen erfuhren eine nachhaltige Aufwertung. Tourismus wurde als Wirtschaftsfaktor erkannt, was zu einer Rückbesinnung auf maritime Traditionen führte. Teile der Jugend brachen hingegen bewusst mit den althergebrachten Konventionen ihrer Eltern und pflegten einen eigenen Lebensstil. Für andere waren das Tragen von Miniröcken und Langhaarfrisuren sowie die Vorliebe für englischsprachige Popmusik jedoch lediglich gruppenspezifische Modetrends.

Die Sonderausstellung
Aussagekräftige Grundlage der Sonderausstellung über die 1960er Jahre ist der umfangreiche Fotonachlass des Bremerhavener Profifotografen Johannes Fleck (1924-2003). Seine hochwertigen, oft meisterlich arrangierten Fotografien dokumentieren die Entwicklung von Bremerhaven und Umgebung in all ihren Facetten. Fleck hatte eine besondere Vorliebe für Aufnahmen von Menschen in alltäglichen Situationen. Seine Fotografien zeigen die vielfältigen Gesichter der 1960er Jahre und spiegeln ein spannendes Bild der Gesellschaft jener Zeit wider.

Der Fotograf Johannes Fleck
Johannes Fleck wurde 1924 in Kleinhessen bei Werdau in Sachsen geboren und erlernte den Beruf des Schriftsetzers. 1947 flüchtete er aus der Sowjetischen Besatzungszone in den Westen, 1948 kam er in Fleeste bei Stotel unter. Mit einem Darlehen für den Kauf einer Kamera der Marke Akarette begann seine Laufbahn als Fotograf. 1954 konnte sich Fleck in Bremerhaven als Presse- und Theaterfotograf selbstständig machen. Fleck starb 2003 in Hamburg.

Das Buch zur Ausstellung
Anja Benscheidt und Alfred Kube
Vom Wirtschaftswunder zum Minirock
Bremerhaven in den 1950er und 1960er Jahren

Historische Einführungen und rund 350 Fotografien mit ausführlichen Bildbeschreibungen lassen das Buch zu einem wichtigen Nachschlagewerk zur Bremerhavener Geschichte werden. Erscheinungstermin: Spätsommer 2017.

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