HMB aktuell 03/10

Die erste Fangreise des Fischdampfers "SAGITTA" vor 125 Jahren

ExtraTour am 7. Februar im Historischen Museum Bremerhaven

Vor 125 Jahren, am 7. Februar 1885, schickte der Geestemünder Fischgroßhändler Friedrich Busse den ersten deutschen Fischdampfer auf Fangreise. Damit schrieb er Geschichte und legte den Grundstein für Bremerhavens Aufstieg zur Stadt der Hochseefischerei mit dem größten Fischereihafen des europäischen Kontinents. Aus diesem Anlass bietet das Historische Museum Bremerhaven am 7. Februar 2010 um 15 Uhr eine ExtraTour mit Kapitän Gottfried Hilgerdenaar zur Geschichte der Hochseefischerei an. Hilgerdenaar ist auf Seitentrawlern gefahren und engagiert sich seit Jahren aktiv im Freundeskreis Museumsschiff FMS "GERA", dem letzten deutschen Seitentrawler.

Ende des 19. Jahrhunderts begann die Geschichte der deutschen Hochseefischerei an der Geeste. 1884 gab Friedrich Busse der Bremerhavener Wencke-Werft den Auftrag zum Bau des ersten deutschen Fischdampfers. Vorher wurde ausschließlich mit Segelschiffen in küstennahen Gewässern gefischt. Busse nahm die englischen Fischdampfer zum Vorbild und ließ ebenfalls einen Seitentrawler bauen, bei dem das Netz über die Seite ausgesetzt wurde. Das Schiff erhielt das Fischereikennzeichen PG 3 (P für Preußen, G für Heimathafen Geestemünde) und wurde von der Tochter des Werftbesitzers, Sophie Wencke, die später als Worpsweder Landschaftsmalerin bekannt wurde, auf den Namen "SAGITTA" getauft. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam der Durchbruch des neuen Schiffstyps mit der Einführung des Schleppnetzes und der Verwendung von Scherbrettern. Die Seitentrawler waren fast hundert Jahre erfolgreich im Einsatz und wurden erst ab 1957 von Hecktrawlern abgelöst.

Die Teilnahme an der Sonderführung ist kostenlos, der Museumseintritt beträgt für Erwachsene 4 Euro, für Ermäßigte 3 Euro.

 

Stand: 01.02.2010

 

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