Review

AngeZogen - Geheime Botschaften

Eine Enzyklopädie norddeutscher Kleidung
Sonderausstellung 29.06.2013 - 27.10.2013

Die große Sommerausstellung des Jahres 2013 versucht, die geheimen Botschaften zu entschlüsseln, die wir mit unserer Kleidung aussenden. Schnitt, Material, Farben, Muster und Accessoires haben in ihrer Außenwahrnehmung oft nicht nur eine modische, sondern vor allem auch eine soziale Bedeutung.

Aus der umfangreichen Textilsammlung des Museums wurden rund 400 Kleidungsstücke und Accessoires ausgewählt, die in einem Zeitraum von über 200 Jahren in Norddeutschland getragen wurden. Die Auswahl umfasst alltägliche und festliche sowie berufs- und statusbezogene Kleidung. Auch ausgefallene Designerkleidung oder raffinierte Accessoires geben Auskunft über die geheimen Botschaften der Angezogenen.

Die Sonderausstellung präsentiert die Kleidung in Form einer begehbaren Enzyklopädie. Ein über 100 Meter langer Parcours führt durch das Alphabet der Kleidung: von A wie Abendkleid bis Z wie Zimmermannskluft. Hinter den geheimen Botschaften, die die Kleidungsstücke aussenden, verbergen sich unterhaltsame und spannende Geschichten.

Ein umfangreiches Begleitprogramm für unterschiedliche Gruppen ergänzt die Sonderausstellung.

Zur Ausstellung erscheint ein mit 180 Seiten reich bebilderter Katalog.

"Nicht nur sauber, sondern rein"

Die Technisierung des Wäschewaschens 1850-1970
Kabinett-Ausstellung 16.11.2012-15.09.2013

Bevor es Vollwaschautomaten, Wäschetrockner und elektrische Bügeleisen gab, war das Wäschewaschen eine aufwändige Prozedur, die im Arbeitsalltag einer Hausfrau eine wesentliche Rolle spielte. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert brachte eine große Anzahl von Gerätschaften hervor, die dieser Mühsal ein Ende bereiten sollte.

Der Erfolg war überschaubar, denn das Kochen, Scheuern, Reiben und Spülen der Wäsche wurde den Frauen nur zum Teil erleichtert.  Eine elektrische Waschmaschine setzte sich in den meisten Haushalten erst in den 1960er Jahren durch. Sie erledigte per Knopfdruck, was früher Tage in Anspruch genommen hatte.

Die Kabinettausstellung zeichnet anhand von etwa 80 Objekten, Fotos und Dokumenten die Geschichte der so genannten "Großen Wäsche" nach. Eine elektrische Bottichwaschmaschine aus den 1930er Jahren und eine Wäschemangel von 1900 aus der Bremerhavener Eisenwarenhandlung Ziegfeld sind ebenso Teil der Ausstellung wie Wäschestampfer und Waschbrett, Handwringer und diverse gusseiserne Bügeleisen.

Die Ausstellung thematisiert auch die Entwicklung der Werbestrategien für Waschprodukte und bietet so einen Blick auf die Marketinggeschichte, die aber auch von Skepsis und Rückschlägen geprägt war.

Hans Müller-Brauel (1867-1940)

Fotograf, Heimatforscher und Sammler
Sonderausstellung 15.02.2013 - 02.06.2013

Der Heimatforscher Hans Müller-Brauel verkaufte 1926 seine umfangreiche Sammlung  vor- und frühgeschichtlicher Bodenfunde sowie volkskundlicher Objekte an die Stadt Wesermünde für das damalige Morgenstern-Museum. Teile dieser Sammlung sind heute in der Dauerausstellung des Historischen Museums Bremerhaven zu sehen.

Die Sonderausstellung zeigt eine Auswahl aus der Sammlung von über 800 Fotografien und Originaldokumenten aus dem Nachlass Hans Müller-Brauels. Die Exponate wurden wissenschaftlich neu ausgewertet und werden nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Hans Müller-Brauel aus Zeven übte nach seiner Tischlerlehre zahlreiche Berufe und Tätigkeiten autodidaktisch aus. Er war unter anderem Vorgeschichtler, Volkskundler, Fotograf, Schriftsteller, Kunsthandwerker, Imker, Landwirt, Sammler und schließlich Museumsleiter. In der Ausstellung erzählen Porträtaufnahmen von seinen Begegnungen mit berühmten Künstlern und Wissenschaftlern. Dazu gehörten beispielsweise die Dichter Rainer Maria Rilke und Wilhelm Busch sowie der Worpsweder Maler Heinrich Vogeler.

Teil der Ausstellung sind auch Müller-Brauels Fotografien von norddeutschen Bauernhäusern, Trachten und Landschaften, die er in der Umbruchzeit des späten 19. Jahrhunderts zu dokumentieren versuchte. Das Historische Museum Bremerhaven möchte mit dieser Sonderausstellung einen der breiten Öffentlichkeit unbekannten „Ziehsohn“ des Heimatforschers und Dichters Hermann Allmers (1821-1902) vorstellen.

Der Theaterbesuch

Bühne bürgerlicher Selbstdarstellung zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Kabinettausstellung 18.10.2011 - 28.10.2012

Bevor es Film und Fernsehen gab, spielte das Theater eine zentrale Rolle im Kulturleben der Städte. Besucht wurde es vorwiegend vom Bürgertum, das den Theaterbesuch neben der Unterhaltung als Bühne für die gesellschaftliche Repräsentation und Kommunikation nutzte. In der Zeit um 1900 war ein eigenes Theater wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität und des öffentlichen Selbstverständnisses deutscher Groß- und Kleinstädte. In Bremerhaven entstand das neue Gebäude des Stadttheaters 1911 als Nachfolger des „Volksgartentheaters“ in prominenter Lage unmittelbar am Marktplatz.

Anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Stadttheaters Bremerhaven zeigt die Kabinettausstellung anhand von Kleidungsstücken, Accessoires, Dokumenten und Fotos, was zu einem Besuch des Theaters in den letzten hundert Jahren dazugehörte. Der zeitliche Schwerpunkt liegt dabei auf den 1920er und 1930er Jahren. Ein Herrenanzug und ein elegantes Kleid sind ebenso Teil der Ausstellung wie Onduliereisen, Rasiermesser, Operngläser und Programmhefte. Auch wertvoller Schmuck aus ungewöhnlichen Materialien, Sehhilfen sowie Schuhwerk aus verschiedenen Jahrzehnten bringen den Museumsbesucherinnen und -besuchern die Welt des Theaters und seiner bürgerlichen Besucher/innen näher. 

A retrospective view of Paul Kunze

A North German Expressionist (1892-1977)
Special exhibition 03.06.2012 - 04.11.2012

In 2009 the Historisches Museum Bremerhaven acquired the artistic and biographical legacy of the painter Paul Kunze (03.05.1892 Bremerhaven - 06.10.1977 Bremerhaven). Now, for the first time, the museum is able to show a retrospective view of Bremerhaven's most important Expressionist painter. The exhibition includes a selection from our own collection which comprises over 500 of Kunze's artistic works as well as loans from other collections. Personal documents and photographs from the artist's legacy help to reconstruct the artist's lively biography.

Paul Kunze was born in 1892 in Bremerhaven. After leaving school he studied at the Royal College of Applied Arts in Munich and the Royal College of Art in Berlin. In 1914 he passed his exam as a drawing teacher and was then called up to serve in the war. After the First World War Kunze was a member of various rural communes before starting to work as an art teacher and from 1928 he taught at the grammar school in Wesermünde (now: Bremerhaven). Apart from teaching, Kunze also actively worked as an artist and from 1947 onwards was involved in Bremerhaven's Art Society.

Paul Kunze's work is influenced by Expressionism. During his studies in Munich he met Franz Marc who, together with  August Macke and Wassily Kandinsky, had formed the artistic movement "Der Blaue Reiter". Kunze's artistic range was very varied, however, and he also painted naturalist and abstract works. Portraits, groups of figures, landscapes and dance scenes are among his recurring motifs. Kunze documented the destruction of Bremerhaven after the end of the war in 1945 as well as the landscape around the river Geeste. During his many journeys, including trips to Norway and Tunisia, he drew sketches which he used as a basis for oils, water colours and woodcuts in his studio.

Bremerhavener Kapitäne in der Hochseefischerei

Selbstbewusste Charaktere prägten den Berufsstand
Ausstellung mit Neuzugängen ab 22.12.2011

Der Besuch der Seefahrtsschule zur Erlangung eines Kapitänspatents in der Großen Hochseefischerei setzte eine mehrjährige Tätigkeit als Matrose und 2. Steuermann voraus. Die Kapitäne waren daher mit allen Arbeiten auf einem Trawler vertraut. Auf ihnen lastete eine große Verantwortung für den Erfolg einer Fangreise, da die gesamte Besatzung prozentual am Fangerlös beteiligt war. Im Umgang mit diesem Erfolgsdruck pflegten viele Kapitäne spezielle Rituale. Erfolgreiche Kapitäne entwickelten sich zu selbstbewussten Charakteren.In den Jahren 2010 und 2011 erhielt das Historische Museum Bremerhaven umfangreiche Stiftungen von Fotos, Dokumenten und Erinnerungsstücken von Bremerhavener Hochseefischerei-Kapitänen. Diese Exponate aus der Zeit zwischen 1901 und 1980 geben aufschlussreiche Einblicke in ihre Lebens- und Arbeitswelt von den Anfängen der Bremerhavener Hochseefischerei bis zu ihrem Niedergang.

Theatermaler und freier Künstler

12.11.2011 - 30.04.2012

Der 1919 in Österreich geborene Hans Lukas unternahm bereits als Schüler seine ersten künstlerischen Versuche im Porträtzeichnen. Nach dem Besuch des Gymnasiums erhielt er ein Stipendium für die Kunstakademie in Wien, die er mit einem Bühnenbildner-Diplom abschloss. Ende des Zweiten Weltkriegs floh er nach Deutschland und ließ sich nach mehreren Stationen in Cuxhaven nieder. Zunächst war er als Maler für das britische Militär tätig. Daneben arbeitete er als Bühnenbildner für das Cuxhavener Theater.

1951 trat Hans Lukas eine Anstellung als Theatermaler des Stadttheaters Bremerhaven an. Mit geringen finanziellen Mitteln gelangen ihm effektvolle Bühnenbilder. Seine Werke zeichneten sich durch eine reduzierte Farbgebung aus, vor der die Darsteller/innen besonders zur Geltung kamen. Bis zu seiner Pensionierung 1982 schuf er die Kulissen für weit über 400 Inszenierungen. In seiner Freizeit betätigte sich Hans Lukas zusätzlich als freier Künstler und malte vor allem Porträts und Landschaften.

Im Obergeschoss des Historischen Museums Bremerhaven wird zurzeit die Kabinettausstellung "Der Theaterbesuch" präsentiert. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Stadttheaters Bremerhaven widmet sie sich den Theaterbesucherinnen und -besuchern mit einem Schwerpunkt auf den 1920er und 1930er Jahren. In dieser Ausstellung ist auch eine Karikatur von Hans Lukas mit dem Titel "Der Schlussapplaus" zu sehen. Die Tuschzeichnung karikiert typische Verhaltensweisen im Zuschauerraum nach Ende der Vorstellungen.

Tanzsport!

Vom Tanzkurs zur Weltmeisterschaft
25.06.2011 - 30.10.2011

Bremerhaven bietet die besten Voraussetzungen, um erstmals in Deutschland den Tanzsport zum Thema einer Sonderausstellung zu machen. Von 1977 bis 2007 sammelten die Latein-A-Formationen der Tanzsportgemeinschaft (TSG) Bremerhaven und das Einzeltanzpaar Horst und Andrea Beer zahlreiche Weltmeistertitel und machten Bremerhaven zu einer weltweit bekannten Tanzhochburg.

Die Ausstellung bietet in ihrem historischen Teil einen Überblick über die Geschichte des Tanzens von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Dabei geht es auch um den Zusammenhang zwischen Jugendkultur, Tanzschulen und der Stil prägenden Musik. Herausragende Tanzsportvereine und Meilensteine des deutschen Tanzsports werden exemplarisch vorgestellt.

In einem Trainingsraum werfen die Besucher/innen einen Blick hinter die Kulissen des Tanzsports. Die Entstehung einer Choreographie, die Aufgaben des Trainers, das Trainingsprogramm und seine physischen Belastungen sowie die Herstellung der Turnierkleidung sind herausragende Themenschwerpunkte. Besuchergruppen können selbst versuchen, Tanzfiguren einer Choreografie einzustudieren, um dabei die mentale Konzentration sowie die strenge Trainingsdisziplin nachzuempfinden.Der Turnierwettkampf mit seiner faszinierenden Dramatik und großen Emotionalität stellt den Höhepunkt der Sonderausstellung dar. Beeindruckende Fotoinstallationen, zahlreiche Objekte und Trophäen sowie die Originaltanzkleidung diverser Weltmeister lassen die Turnierwelt lebendig werden. Filme von legendären Turniertänzen vermitteln die hohe Kunst und elegante Attraktivität dieses Leistungssports.

Von nahen und fernen Küsten

Bilder von Willy Menz aus der Sammlung Alfred Moeke
12.03.2011 - 29.05.2011

Im Jahr 2010 stiftete der Delmenhorster Kunstsammler Alfred Moeke dem Historischen Museum Bremerhaven seine Sammlung mit Werken des Bremer Malers Willy Menz (1890-1969). Die 128 künstlerischen Arbeiten (Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen) dokumentieren die ausgedehnten Reisen des Malers in der Zeit von 1930 bis 1965, darunter viele Schiffsreisen, die oft von Bremerhaven aus ihren Anfang nahmen.

Bereits als Kind zeigten sich bei Willy Menz zwei Leidenschaften: das Zeichnen und die Seefahrt. Schiffe, Küsten und Häfen zogen den Maler an und inspirierten ihn immer wieder zu neuen Bildern. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von 32 Arbeiten mit Motiven aus den USA, dem Orient, Spanien, Frankreich, Skandinavien, den Niederlanden, Polen und Deutschland.

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war Willy Menz Professor und ab 1947 Direktor der Staatlichen Kunstschule in Bremen, der heutigen Hochschule für Künste. Zu seinen Schülern zählen auch zahlreiche Bremerhavener Künstler.

Die Militarisierung der Kinderzimmer

Kriegsspielzeug macht Jungen mit dem Militärdienst vertraut
01.12.2009 - 06.07.2010

Vom Kontorbuch zum Mikrochip

Mit der Schreibmaschine zogen Frauen ins Büro ein
10.02.2009 - 30.11.2009  

Geestemünde

Port in Prussian times
04.07.2009 - 25.10.2009

Today, one knows Geestemünde on the North Sea coast as a part of the town of Bremerhaven. Only a few traces remind you of the fact that Geestemünde was once an independent port. The Kingdom of Hanover originally established the harbour in 1845 to compete with neighbouring Bremerhaven.

From 1866 in Prussian times Geestemünde experienced urban and economic growth and developed an independent profile as a port. Geestemünde was the biggest paraffin harbour in Germany in the 1880s. The fishing port, opened in 1896, became the biggest on the European continent. With the expanding shipyards of Tecklenborg, Rickmers and Seebeck there were important international shipbuilding companies in Geestemünde.

From the 1880s Geestemünde developed into a municipality with its own character. Power stations, a hospital, a town museum, and a cinema were opened. The economic crisis as a result of the First World War ended Geestemünde’s economic prosperity. In 1924 the town merged with neighbouring Lehe to form the city of Wesermünde.

For the first time, a special exhibition offers a comprehensive overview of Geestemünde as a port in Prussian times. As a supplement to the permanent exhibitions in the Historisches Museum Bremerhaven this special exhibition presents the almost forgotten port in a photographic tour. In theme rooms, impressive historical photographs bring to life the heyday of the Prussian port.

Guided tours and a museum educational program accompany the special exhibition. The "Geestemünde historical workshop" is aimed at school classes in particular. Pupils are introduced to the history of Geestemünde in a variety of ways and can actively search for traces of the past.

Ingeborg Steinhage "Zeichenhaftes"

14.03.2009 - 01.06.2009

Maritime Perspektiven

Fotografien von Wolfhard Scheer
01.11.2008 - 25.02.2009

Die Landschaftsmalerin Sophie Wencke

Von der Bremerhavener Wencke-Werft nach Worpswede
28.06.2008 - 12.10.2008

Der Norddeutsche Lloyd

Lloydstadt Bremerhaven
Bremische Landesausstellung
30.06.2007 - 28.10.2007

Eistage

Expeditionsmalerei in der Antarktis von Gerhard Rießbeck
16.09.2006 - 29.10.2006

Generationen: Kunst an der Kante 3

01.07.2006 - 10.09.2006

Lebensbilder

Porträts aus der Sammlung des Historischen Museums Bremerhaven
29.10.2005 - 01.05.2006

Polar/Blicke

Mit der "Polarstern" ins ewige Eis
20.02. - 03.04.2005

Hochseefischerei

Vergangene Arbeitswelten
26.06. - 26.09.2004

Ewald Blankenburg

Ansichten von Bremerhaven und Umgebung
21.02. - 18.04.2004

Im Dock

Schiffbau auf der Lloyd Werft Bremerhaven
21.06. - 19.10.2003

Bremerhaven

Eine Stadt und ihre Schiffe
23.11.2002 - 30.03.2003

Brücke nach Übersee

Bremerhaven als Auswandererhafen
29.06. - 20.10.2002

180 Jahre Schiffbau

Portraits der Werften an Geeste- und Wesermündung
27.10.2001 - 07.04.2002