Rückblick

„Wenn jemand eine Reise tut...“

Erinnerungsstücke aus aller Welt
Sonderausstellung 28.06.2014-09.11.2014

In der Sonderausstellung des Historischen Museums Bremerhaven geht es um die Fragen, die sich jede und jeder Reisende stellten: Was nehme ich mit auf die Reise? Und vor allem: Was bringe ich von der Reise mit? Die vielfältigen Objekte, die uns auf Reisen begleiten, sind gleichzeitig auch Träger von Erinnerungen an Erlebnisse, Begegnungen und Eindrücke. Erinnerungsstücke aus aller Welt und aus zweieinhalb Jahrhunderten fügen sich in der Sonderausstellung zu einer spannenden Kulturgeschichte des Reisens zusammen.

Der Kosmos des Reisens
Seit Jahrhunderten sind norddeutsche Häfen Ausgangsstationen für Reisen in alle Welt. So entwickelte sich nach der Gründung von Bremerhaven (1827) auch der junge Hafenort schnell zu einem wichtigen Abfahrts- und Zielhafen interkontinentaler Routen. Bremerhaven wurde Basis zahlreicher Reedereien und zugleich Drehscheibe für Seeleute, Forscher, Geschäftsleute, Aus- und Rückwanderer, Soldaten, Touristen und viele andere Reisende.

Gepäckstücke und Transportbehältnisse, Reiseutensilien, Reisekleidung, Kameras, Souvenirs, Geschenke, Fotos, Ansichtskarten und vieles mehr bilden einen breit gefächerten Kosmos des Reisens. Dabei präsentiert jedes Land, aber auch jede Zeit spezifische Reiseobjekte, die häufig nicht nur individuelle Reisegeschichten, sondern mitunter auch historische Ereignisse und wirtschaftliche Entwicklungen abbilden.

Die Reiseroute
Die Besucher/-innen der Sonderausstellung begeben sich auf eine imaginäre Weltreise, auf der sie vertraute, kuriose, ungewöhnliche und geheimnisvolle Objekte begleiten. Die Reiseroute durch die Welt der Erinnerungsstücke ist nicht zufällig gewählt, sondern wird durch ein Gedicht des norddeutschen Lyrikers und Journalisten Matthias Claudius (1740-1815) vorgegeben.

Das Gedicht trägt den Titel „Urians Reise um die Welt“ und wurde bereits 1785 verfasst. Besser bekannt ist es als Volkslied mit dem Eingangsvers „Wenn jemand eine Reise tut...“. In dem Gedicht schickt Claudius den Schwankerzähler Urian auf eine satirische Fantasiereise, die jedoch einen geografischen und thematischen Plan erkennen lässt.

Die Sonderausstellung präsentiert sich als begehbares Gedicht, in deren Verlauf die Besucher/-innen alle Länder besuchen, die Herr Urian bereits 1785 bereiste. Die Fantasiereise, die sich Matthias Claudius erdachte, umfasst Länder und Kontinente, mit denen Bremerhaven durch Schifffahrtsrouten verbunden war. Man besucht den Nordpol, Grönland, Amerika, Mexiko, Asien, China und Bengalen, Java und Tahiti und kehrt nach dem Besuch von Afrika nach Hause zurück.

Die Erinnerungsstücke
Aus diesen Ländern finden sich in der Sammlung des Historischen Museums Bremerhaven zahllose Erinnerungsstücke, die Reisende mitnahmen oder mit zurück brachten und die sie oder ihre Nachfahren später dem Museum überließen. Erstmals werden diese Reiseutensilien und Mitbringsel in einer Sonderausstellung in einen geografischen und historischen Zusammenhang gebracht.

Zu den rund 500 Ausstellungsobjekten zählen beispielsweise Bumerangs, die Teilnehmer einer Nordpolexpedition über alle Längengrade der Erde fliegen ließen, indianische Souvenirs aus Nordamerika oder exotische Tierpräparate aus Mexiko. Auch Asien präsentiert eine breite Palette an Reiseandenken wie Porzellan, Lackarbeiten und Opiumpfeifen, die bei Seeleuten hoch im Kurs standen. Erinnerungsstücke von Walfängern aus der Südsee und von Reisenden aus Afrika zählen zu den Highlights der Ausstellung.

Von der Weltreise zurückgekehrt, finden sich die Ausstellungsbesucher/-innen in einem Wohnzimmer der 1970er Jahre wieder, in dem gerade ein traditioneller Diaabend stattfindet. Auch hier steht manches Dia auf dem Kopf, dafür ist das Fotoalbum von den vielen Reisen sorgfältig beschriftet...

Die Sponsoren
Die Sonderausstellung wurde ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Sparkasse Bremerhaven als Hauptsponsor und des Förderkreises Historisches Museum Bremerhaven e. V. sowie durch einen Zuschuss aus dem Veranstaltungsfonds des Landes Bremen für Bremerhaven.

Das Begleitprogramm
Zur Sonderausstellung bietet das Historische Museum Bremerhaven ein umfangreiches Begleitprogramm an. In öffentlichen ExtraTouren kann man beispielsweise einmal um die ganze Welt reisen oder zwischen verschiedenen Kontinenten auswählen.

Kinder und Schulklassen können sich selbst als Ausstellungsmacher kreativ betätigen. Bei dem museumspädagogischen Programm „Coole Souvenirs - Die Mitmach-Ausstellung“ entwerfen und gestalten sie eine eigene Ausstellung mit Vitrinen voller Souvenirs, die sie mitbringen oder selbst anfertigen.

Kinder können sich mit einer Rallye auf eine Reise um die Welt begeben und außergewöhnliche Erinnerungsstücke aus fremden Ländern entdecken, die Reisende mitgebracht haben. Es gilt, in acht Ländern jeweils ein Andenken zu finden, dessen Name auf ein Blatt eingetragen wird. In jedem Wort verbirgt sich ein Buchstabe, der das Lösungswort bildet. Für das richtige Lösungswort gibt es ein Andenken.

Die Sonderausstellung ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr.

Vom Blutegel zum Herzschrittmacher

Historische Heilmittel und Instrumente der Medizin im 20. Jahrhundert
Kabinett-Ausstellung 17.09.2013-21.09.2014

Anhand von über 80 Objekten aus Arztpraxen, Krankenhäusern und Apotheken aus Bremerhaven und Umgebung vermittelt die Ausstellung einen anschaulichen Überblick über die Entwicklung der Medizin in der Zeit zwischen 1900 und 1990. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen sowohl technische Innovationen als auch traditionelle Heilmittel und Therapieformen.

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war die medizinische Heilkunde von zwei grundlegenden Faktoren geprägt. Zum einen mussten Ärztinnen und Ärzte über ein umfangreiches Wissen über die Wirksamkeit von natürlichen und chemisch erzeugten Heilmitteln verfügen. Dazu zählten auch traditionelle Behandlungsmethoden wie der Einsatz von Blutegeln oder die Verschreibung von speziellen Arzneimischungen, die in Apotheken auf sogenannten Pillenbrettern hergestellt werden mussten.

Zum anderen gewann der technische Fortschritt auch in der Medizin immer mehr an Bedeutung. Der Einsatz technisierter Behandlungsmethoden mit speziell entwickelten Instrumenten sorgte nicht nur in der Chirurgie für neue Heilungserfolge, sondern auch in anderen ärztlichen Disziplinen wie der Gynäkologie und der Urologie.

Die Ausstellung verdeutlicht diese Entwicklung anschaulich anhand von 100 Jahre alten chirurgischen Besteckkästen, Amputations-Instrumenten oder Schimmelbusch-Masken, sowie an frühen Herzschrittmachern und Gelenkprothesen. Ein mobiles Röntgengerät mit der obligatorischen Bleischürze, die aus den 1950er Jahren stammen, sind hierbei besondere Blickfänger.

Die Sammlungen Meenzen und Müller

Zwei Stifter-Familien aus Bremerhaven
Ausstellung mit Exponat-Neuzugängen 30.10.2012 - 02.07.2014

Viele Bremerhavener/innen gehen zeitweise oder sogar ein Leben lang einer besonderen Sammelleidenschaft nach. Mitunter erzählen ihre Sammlungen von vergangenen Lebenswelten, die noch vor wenigen Jahrzehnten zum privaten und öffentlichen Bremerhavener Alltag gehörten. 2011 und 2012 erhielt das Historische Museum Bremerhaven zwei Stiftungen umfangreicher Privatsammlungen mit verschiedenen Schwerpunkten.

In großer Verbundenheit zu seiner Heimatstadt sammelte Helmut Meenzen (1926-2010) über 10.000 historische Ansichtskarten, Dokumente und Fotos aus Bremerhaven, während die 1943 in Wesermünde geborene Elke Müller Spielzeuge und Kleidungsstücke aus drei Familiengenerationen bewahrte. Eine Auswahl der interessantesten Ansichtskarten, Dokumente und Spielzeuge aus der Zeit zwischen 1900 und 1975 gewährt den Besucher/innen Einblick in zwei außergewöhnliche stadt- und alltagsgeschichtliche Sammlungen.

Die „LAKONIA“-Katastrophe 1963

Ein Schiffsunglück aus der Sicht von Überlebenden
Sonderausstellung 13.12.2013 - 04.05.2014

Vor rund 50 Jahren, am Abend des 22. Dezember 1963, brach auf dem griechischen Kreuzfahrtschiff „LAKONIA“ 180 Meilen nordwestlich von Madeira ein Feuer aus. Löschversuche der Besatzung scheiterten, so dass sich der Brand schnell ausbreitete. An Bord des Schiffes der Greek Line befanden sich 1036 Menschen. Dazu zählten auch 51 Besatzungsmitglieder aus Bremerhaven und Umgebung, die vor allem im Servicebereich arbeiteten.

Nachdem die „LAKONIA“ S.O.S. gefunkt hatte, trafen rund drei Stunden später  die ersten Schiffe zur Rettung der 651 Passagiere und 385 Besatzungsmitglieder der „LAKONIA“ ein. Obwohl genügend Rettungsboote vorhanden waren, fanden 131 Menschen bei dem Schiffsunglück den Tod, darunter auch neun der in Bremerhaven angeheuerten Seeleute. Hauptursachen waren vor allem schlecht funktionierende Sicherheitseinrichtungen und eine unkoordinierte Evakuierung.

Die Ausstellung zur „LAKONIA“-Katastrophe beruht weitgehend auf Material von Überlebenden des Schiffsunglücks. Die während der Rettung getragene Kleidung, Dokumente, Fotos, Erinnerungsgegenstände, Presseartikel und Berichte zeugen von dem Bemühen der Überlebenden, das Erlebte zu verarbeiten und das erlittene Trauma zu bewältigen. Überlebende berichteten, dass die „LAKONIA“-Katastrophe ihr Leben nachhaltig geprägt hat.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreiches Begleitbuch.

AngeZogen - Geheime Botschaften

Eine Enzyklopädie norddeutscher Kleidung
Sonderausstellung 29.06.2013 - 27.10.2013

Die große Sommerausstellung des Jahres 2013 versucht, die geheimen Botschaften zu entschlüsseln, die wir mit unserer Kleidung aussenden. Schnitt, Material, Farben, Muster und Accessoires haben in ihrer Außenwahrnehmung oft nicht nur eine modische, sondern vor allem auch eine soziale Bedeutung.

Aus der umfangreichen Textilsammlung des Museums wurden rund 400 Kleidungsstücke und Accessoires ausgewählt, die in einem Zeitraum von über 200 Jahren in Norddeutschland getragen wurden. Die Auswahl umfasst alltägliche und festliche sowie berufs- und statusbezogene Kleidung. Auch ausgefallene Designerkleidung oder raffinierte Accessoires geben Auskunft über die geheimen Botschaften der Angezogenen.

Die Sonderausstellung präsentiert die Kleidung in Form einer begehbaren Enzyklopädie. Ein über 100 Meter langer Parcours führt durch das Alphabet der Kleidung: von A wie Abendkleid bis Z wie Zimmermannskluft. Hinter den geheimen Botschaften, die die Kleidungsstücke aussenden, verbergen sich unterhaltsame und spannende Geschichten.

Ein umfangreiches Begleitprogramm für unterschiedliche Gruppen ergänzt die Sonderausstellung.

Zur Ausstellung erscheint ein mit 180 Seiten reich bebilderter Katalog.

"Nicht nur sauber, sondern rein"

Die Technisierung des Wäschewaschens 1850-1970
Kabinett-Ausstellung 16.11.2012-15.09.2013

Bevor es Vollwaschautomaten, Wäschetrockner und elektrische Bügeleisen gab, war das Wäschewaschen eine aufwändige Prozedur, die im Arbeitsalltag einer Hausfrau eine wesentliche Rolle spielte. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert brachte eine große Anzahl von Gerätschaften hervor, die dieser Mühsal ein Ende bereiten sollte.

Der Erfolg war überschaubar, denn das Kochen, Scheuern, Reiben und Spülen der Wäsche wurde den Frauen nur zum Teil erleichtert.  Eine elektrische Waschmaschine setzte sich in den meisten Haushalten erst in den 1960er Jahren durch. Sie erledigte per Knopfdruck, was früher Tage in Anspruch genommen hatte.

Die Kabinettausstellung zeichnet anhand von etwa 80 Objekten, Fotos und Dokumenten die Geschichte der so genannten "Großen Wäsche" nach. Eine elektrische Bottichwaschmaschine aus den 1930er Jahren und eine Wäschemangel von 1900 aus der Bremerhavener Eisenwarenhandlung Ziegfeld sind ebenso Teil der Ausstellung wie Wäschestampfer und Waschbrett, Handwringer und diverse gusseiserne Bügeleisen.

Die Ausstellung thematisiert auch die Entwicklung der Werbestrategien für Waschprodukte und bietet so einen Blick auf die Marketinggeschichte, die aber auch von Skepsis und Rückschlägen geprägt war.

Hans Müller-Brauel (1867-1940)

Fotograf, Heimatforscher und Sammler
Sonderausstellung 15.02.2013 - 02.06.2013

Der Heimatforscher Hans Müller-Brauel verkaufte 1926 seine umfangreiche Sammlung  vor- und frühgeschichtlicher Bodenfunde sowie volkskundlicher Objekte an die Stadt Wesermünde für das damalige Morgenstern-Museum. Teile dieser Sammlung sind heute in der Dauerausstellung des Historischen Museums Bremerhaven zu sehen.

Die Sonderausstellung zeigt eine Auswahl aus der Sammlung von über 800 Fotografien und Originaldokumenten aus dem Nachlass Hans Müller-Brauels. Die Exponate wurden wissenschaftlich neu ausgewertet und werden nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Hans Müller-Brauel aus Zeven übte nach seiner Tischlerlehre zahlreiche Berufe und Tätigkeiten autodidaktisch aus. Er war unter anderem Vorgeschichtler, Volkskundler, Fotograf, Schriftsteller, Kunsthandwerker, Imker, Landwirt, Sammler und schließlich Museumsleiter. In der Ausstellung erzählen Porträtaufnahmen von seinen Begegnungen mit berühmten Künstlern und Wissenschaftlern. Dazu gehörten beispielsweise die Dichter Rainer Maria Rilke und Wilhelm Busch sowie der Worpsweder Maler Heinrich Vogeler.

Teil der Ausstellung sind auch Müller-Brauels Fotografien von norddeutschen Bauernhäusern, Trachten und Landschaften, die er in der Umbruchzeit des späten 19. Jahrhunderts zu dokumentieren versuchte. Das Historische Museum Bremerhaven möchte mit dieser Sonderausstellung einen der breiten Öffentlichkeit unbekannten „Ziehsohn“ des Heimatforschers und Dichters Hermann Allmers (1821-1902) vorstellen.

Der Theaterbesuch

Bühne bürgerlicher Selbstdarstellung zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Kabinett-Ausstellung 18.10.2011 - 28.10.2012

Bevor es Film und Fernsehen gab, spielte das Theater eine zentrale Rolle im Kulturleben der Städte. Besucht wurde es vorwiegend vom Bürgertum, das den Theaterbesuch neben der Unterhaltung als Bühne für die gesellschaftliche Repräsentation und Kommunikation nutzte.

In der Zeit um 1900 war ein eigenes Theater wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität und des öffentlichen Selbstverständnisses deutscher Groß- und Kleinstädte. In Bremerhaven entstand das neue Gebäude des Stadttheaters 1911 als Nachfolger des „Volksgartentheaters“ in prominenter Lage unmittelbar am Marktplatz.

Anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Stadttheaters Bremerhaven zeigt die Kabinettausstellung anhand von Kleidungsstücken, Accessoires, Dokumenten und Fotos, was zu einem Besuch des Theaters in den letzten hundert Jahren dazugehörte. Der zeitliche Schwerpunkt liegt dabei auf den 1920er und 1930er Jahren.

Ein Herrenanzug und ein elegantes Kleid sind ebenso Teil der Ausstellung wie Onduliereisen, Rasiermesser, Operngläser und Programmhefte. Auch wertvoller Schmuck aus ungewöhnlichen Materialien, Sehhilfen sowie Schuhwerk aus verschiedenen Jahrzehnten bringen den Museumsbesucherinnen und -besuchern die Welt des Theaters und seiner bürgerlichen Besucher/innen näher.

Retrospektive Paul Kunze

Ein norddeutscher Expressionist (1892-1977)
Sonderausstellung 30.06.2012 - 04.11.2012

Im Jahr 2009 erwarb das Historische Museum Bremerhaven den künstlerischen und biografischen Nachlass des Malers Paul Kunze (03.05.1892 Bremerhaven - 06.10.1977 Bremerhaven). Damit kann erstmals eine umfassende Retrospektive des bedeutendsten Expressionisten Bremerhavens gezeigt werden. Neben einer Auswahl aus der eigenen Sammlung, die über 500 künstlerische Arbeiten Kunzes umfasst, werden auch Leihgaben aus verschiedenen Sammlungen gezeigt. Persönliche Dokumente und Fotos aus dem Nachlass des Malers rekonstruieren seine bewegte Biografie.

Paul Kunze wurde 1892 in Bremerhaven geboren. Nach dem Abitur studierte er an der Königlichen Kunstgewerbeschule in München und an der Königlichen Kunstschule in Berlin. 1914 bestand er das Zeichenlehrerexamen und wurde anschließend zum Kriegsdienst eingezogen. Nach dem Ersten Weltkrieg war Kunze Mitglied in verschiedenen Landkommunen, bevor er eine Tätigkeit als Kunsterzieher aufnahm, seit 1928 am Gymnasium in Wesermünde (heute: Bremerhaven). Neben seiner pädagogischen Arbeit war Kunze immer künstlerisch aktiv und engagierte sich seit 1945 für den Kunstverein Bremerhaven.

Das Werk Paul Kunzes ist vom Expressionismus geprägt. Während seines Studiums in München lernte er Franz Marc kennen, der sich dort mit August Macke und Wassily Kandinsky zu dem Künstlerprogramm "Blauer Reiter" zusammen geschlossen hatte. Kunzes künstlerische Palette war jedoch sehr vielfältig, er malte auch naturalistisch und abstrakt. Porträts, Figurengruppen, Landschaften oder Tanzszenen gehören zu den immer wiederkehrenden Motiven.

Kunze dokumentierte auch das zerstörte Bremerhaven nach Kriegsende 1945 und die Flusslandschaft an der Geeste. Von seinen zahlreichen Reisen, z. B. nach Norwegen oder Tunesien, brachte er Skizzen mit, die er im Atelier zu Gemälden, Aquarellen oder Holzschnitten ausarbeitete.

Bremerhavener Kapitäne in der Hochseefischerei

Selbstbewusste Charaktere prägten den Berufsstand
Ausstellu
ng mit Neuzugängen 22.12.2011-29.10.2012

Der Besuch der Seefahrtsschule zur Erlangung eines Kapitänspatents in der Großen Hochseefischerei setzte eine mehrjährige Tätigkeit als Matrose und 2. Steuermann voraus. Die Kapitäne waren daher mit allen Arbeiten auf einem Trawler vertraut. Auf ihnen lastete eine große Verantwortung für den Erfolg einer Fangreise, da die gesamte Besatzung prozentual am Fangerlös beteiligt war.

Im Umgang mit diesem Erfolgsdruck pflegten viele Kapitäne spezielle Rituale. Erfolgreiche Kapitäne entwickelten sich zu selbstbewussten Charakteren. In den Jahren 2010 und 2011 erhielt das Historische Museum Bremerhaven umfangreiche Stiftungen von Fotos, Dokumenten und Erinnerungsstücken von Bremerhavener Hochseefischerei-Kapitänen. Diese Exponate aus der Zeit zwischen 1901 und 1980 geben aufschlussreiche Einblicke in ihre Lebens- und Arbeitswelt von den Anfängen der Bremerhavener Hochseefischerei bis zu ihrem Niedergang.

Hans Lukas (1919-1990)

Theatermaler und freier Künstler
Sonderausstellung 12.11.2011 - 30.04.2012

Der 1919 in Österreich geborene Hans Lukas unternahm bereits als Schüler seine ersten künstlerischen Versuche im Porträtzeichnen. Nach dem Besuch des Gymnasiums erhielt er ein Stipendium für die Kunstakademie in Wien, die er mit einem Bühnenbildner-Diplom abschloss. Ende des Zweiten Weltkriegs floh er nach Deutschland und ließ sich nach mehreren Stationen in Cuxhaven nieder. Zunächst war er als Maler für das britische Militär tätig. Daneben arbeitete er als Bühnenbildner für das Cuxhavener Theater.

1951 trat Hans Lukas eine Anstellung als Theatermaler des Stadttheaters Bremerhaven an. Mit geringen finanziellen Mitteln gelangen ihm effektvolle Bühnenbilder. Seine Werke zeichneten sich durch eine reduzierte Farbgebung aus, vor der die Darsteller/innen besonders zur Geltung kamen. Bis zu seiner Pensionierung 1982 schuf er die Kulissen für weit über 400 Inszenierungen. In seiner Freizeit betätigte sich Hans Lukas zusätzlich als freier Künstler und malte vor allem Porträts und Landschaften.

Im Obergeschoss des Historischen Museums Bremerhaven wird zurzeit die Kabinettausstellung "Der Theaterbesuch" präsentiert. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Stadttheaters Bremerhaven widmet sie sich den Theaterbesucherinnen und -besuchern mit einem Schwerpunkt auf den 1920er und 1930er Jahren. In dieser Ausstellung ist auch eine Karikatur von Hans Lukas mit dem Titel "Der Schlussapplaus" zu sehen. Die Tuschzeichnung karikiert typische Verhaltensweisen im Zuschauerraum nach Ende der Vorstellungen.

Museumsreifes von der Deutschen Bundespost

Ausstellung mit Exponat-Neuzugängen
12.10.2009 - 21.12.2011

Was machen Postboten mit Schnuröse und Hühnergalgen? Diese und andere Fragen warf der umfangreiche Bestand an Objekten und Dokumenten auf, die der ehemalige Bremerhavener Briefzusteller Bernd Vogel 2009 dem Historischen Museum Bremerhaven von seiner Tätigkeit bei der Deutschen Bundespost stiftete. Eine Auswahl davon ist in einer kleinen Ausstellung in der Neuzugangsvitrine und in einem Dokumentenschrank im Historischen Museum Bremerhaven zu sehen.

Die Ausstellung thematisiert zum einen Erscheinungsbild, Arbeitsbereiche und
-abläufe von Briefzustellerinnen und Briefzustellern und zum anderen die Geschichte der Deutschen Bundespost. Dabei werden Aspekte wie Werbung, Beamtentum und Postzahlungsverkehr berücksichtigt. Der zeitliche Schwerpunkt liegt auf den 1960er und 1970er Jahren.

Tanzsport!

Vom Tanzkurs zur Weltmeisterschaft
Sonderausstellung 25.06.2011 - 30.10.2011

Bremerhaven bietet die besten Voraussetzungen, um erstmals in Deutschland den Tanzsport zum Thema einer Sonderausstellung zu machen. Von 1977 bis 2007 sammelten die Latein-A-Formationen der Tanzsportgemeinschaft (TSG) Bremerhaven und das Einzeltanzpaar Horst und Andrea Beer zahlreiche Weltmeistertitel und machten Bremerhaven zu einer weltweit bekannten Tanzhochburg.

Die Ausstellung bietet in ihrem historischen Teil einen Überblick über die Geschichte des Tanzens von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Dabei geht es auch um den Zusammenhang zwischen Jugendkultur, Tanzschulen und der Stil prägenden Musik. Herausragende Tanzsportvereine und Meilensteine des deutschen Tanzsports werden exemplarisch vorgestellt.

In einem Trainingsraum werfen die Besucher/innen einen Blick hinter die Kulissen des Tanzsports. Die Entstehung einer Choreographie, die Aufgaben des Trainers, das Trainingsprogramm und seine physischen Belastungen sowie die Herstellung der Turnierkleidung sind herausragende Themenschwerpunkte. Besuchergruppen können selbst versuchen, Tanzfiguren einer Choreografie einzustudieren, um dabei die mentale Konzentration sowie die strenge Trainingsdisziplin nachzuempfinden.

Der Turnierwettkampf mit seiner faszinierenden Dramatik und großen Emotionalität stellt den Höhepunkt der Sonderausstellung dar. Beeindruckende Fotoinstallationen, zahlreiche Objekte und Trophäen sowie die Originaltanzkleidung diverser Weltmeister lassen die Turnierwelt lebendig werden. Filme von legendären Turniertänzen vermitteln die hohe Kunst und elegante Attraktivität dieses Leistungssports.

Souvenirs, Souvenirs

Erinnerungsstücke von Seereisen im Wandel der Zeit
Kabinett-Ausstellung bis 02.10.2011

Bremerhaven bildete seit dem frühen 19. Jahrhundert für viele See- und Kreuzfahrtreisen den Ausgangs- und Endpunkt. Besatzungsmitglieder, Seereisende und Touristen brachten von ihren Reisen Souvenirs als Erinnerungsstücke an die Reise und die fernen Länder mit nach Bremerhaven. Mit dem Aufkommen touristisch organisierter Seereisen seit Ende des 19. Jahrhunderts entstand eine verstärkte Nachfrage nach Souvenirs. Besonders beliebt waren Erinnerungsstücke, die Seefahrtsromantik vermitteln sowie Souvenirs, die als besonders authentisch oder typisch für das Herkunftsland gelten.

Die Kabinettausstellung zeigt Souvenirs aus unterschiedlichsten Herkunftsländern, die zeitlich von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1980er Jahre reichen. Dazu zählen beispielsweise der präparierte Panzer einer Meeresschildkröte und Tierpräparate eines Kaimans und eines Seehasens sowie Zähne und Wirbel von Haifischen, die von Seeleuten aus der Karibik, Südamerika und dem Nordatlantik mitgebracht wurden. Außerdem werden weitere Souvenirs wie Seemannsarbeiten, englische Kaminhunde, eine philippinische Pfeife und asiatische Hinterglasmalereien gezeigt.

Von nahen und fernen Küsten

Bilder von Willy Menz aus der Sammlung Alfred Moeke
Sonderausstellung 12.03.2011 - 29.05.2011

Im Jahr 2010 stiftete der Delmenhorster Kunstsammler Alfred Moeke dem Historischen Museum Bremerhaven seine Sammlung mit Werken des Bremer Malers Willy Menz (1890-1969). Die 128 künstlerischen Arbeiten (Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen) dokumentieren die ausgedehnten Reisen des Malers in der Zeit von 1930 bis 1965, darunter viele Schiffsreisen, die oft von Bremerhaven aus ihren Anfang nahmen.

Bereits als Kind zeigten sich bei Willy Menz zwei Leidenschaften: das Zeichnen und die Seefahrt. Schiffe, Küsten und Häfen zogen den Maler an und inspirierten ihn immer wieder zu neuen Bildern. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von 32 Arbeiten mit Motiven aus den USA, dem Orient, Spanien, Frankreich, Skandinavien, den Niederlanden, Polen und Deutschland.

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war Willy Menz Professor und ab 1947 Direktor der Staatlichen Kunstschule in Bremen, der heutigen Hochschule für Künste. Zu seinen Schülern zählen auch zahlreiche Bremerhavener Künstler.

Historische Hafenmotive

aus der Sammlung bremenports
Sonderausstellung 11.11.2010 - 25.01.2011

Grundlage der Präsentation verschiedener historischer Hafenmotive sind 3000 Glasplattennegative aus der Zeit um 1900 bis circa 1930, die dem Museum kürzlich von der Hafengesellschaft bremenports gestiftet wurden. Das wertvolle Fotoarchiv dokumentiert eindrucksvoll alle Hafenbauprojekte in Bremerhaven und Geestemünde, zum Beispiel den Bau der Doppelschleuse, der Nordschleuse oder der beiden Kaiserdocks.

Die Aufnahmen zeigen aber auch die Arbeit im Hafen, Schuppen und Kräne, verschiedene Hafenpanoramen und viele interessante Schiffe, von Vierschornsteindampfern des Norddeutschen Lloyd im Kaiserhafen über Spezialschiffe der Hafenbauinspektion bis hin zu Frachtsegelschiffen im Handelshafen. Das Löschen der ersten Bananendampfer im Kaiserhafen ist ebenso dokumentiert wie die erste Fischauktion in Halle X. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von bislang größtenteils unveröffentlichten Fotografien.

Vorort von New York

Das bremische Bremerhaven 1860-1930
Sonderausstellung 26.06.2010 - 24.10.2010

Das bremische Bremerhaven nahm unter den norddeutschen Städten in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht eine Sonderstellung ein. Obwohl 1827 mitten im Königreich Hannover als Hafen von Bremen gegründet, sah sich Bremerhaven in der Selbstwahrnehmung eher als Vorort von New York denn als Schwesterstadt von Bremen. Bevor Bremerhaven einen Eisenbahnanschluss nach Bremen hatte, gab es bereits eine regelmäßige transatlantische Verbindung nach New York.

In den Jahrzehnten vor und nach 1900 erlebte Bremerhaven als Hafenstadt seine Blütezeit. Die Häfen gehörten als Landeshäfen Bremerhaven und Bremen gemeinsam, bescherten also auch Bremerhaven hohe Einnahmen. Dennoch hatte Bremerhaven weder ein Rathaus noch einen eigenen Friedhof. Die Entwicklung des sozialen und kulturellen Lebens war weitgehend privaten Ursprungs.

Die Ausstellung geht der Frage nach, worauf sich der Bremerhavener Sonderweg gründete. Aufschluss geben vor allem einzigartige historische Fotografien, die im Mittelpunkt der Ausstellung stehen. Sie erzählen von den Besonderheiten, aber auch vom Alltag im bremischen Bremerhaven.

Erstmals bietet eine Ausstellung die Möglichkeit, dem längst vergangenen Leben und Arbeiten in der Hafenstadt in seinen vielfältigen Facetten und spezifischen Ausprägungen intensiv zu begegnen. Der Blick auf die transatlantische Ausrichtung des bremischen Bremerhaven in der Zeit vor und nach 1900 liefert nicht nur faszinierende Einblicke in die Geschichte der Hafenstadt, sondern auch wichtige Aufschlüsse über die Ursachen späterer Strukturprobleme.

Die Militarisierung der Kinderzimmer

Kriegsspielzeug macht Jungen mit dem Militärdienst vertraut
Kabinett-Ausstellung 01.12.2009 - 20.06.2010

Durch die Einführung der Wehrpflicht in Preußen im Jahr 1813 hielt das Militärwesen Einzug in den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Gleichzeitig etablierten sich Blei- und Zinnsoldaten als typisches Jungenspielzeug. Von 1933 bis 1945 setzten die Nationalsozialisten gezielt Kriegsspielzeug ein, um Jungen schon im Kindesalter auf den Kriegsdienst vorzubereiten.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Zinnsoldaten in großen Mengen und preiswert produziert. Die Gestaltung der Spielzeugsoldaten orientierte sich detailgetreu an zeitgenössischen und historischen Vorbildern. Um 1900 kamen unter den Markennamen Lineol und Elastolin Spielzeugsoldaten aus einer Holzstaub-Leim-Masse auf den Markt. Die "Massefiguren" wurden in Gestalt, Uniform und Ausrüstung der jeweils aktuellen deutschen Armee angepasst. Ihre Produktion wurde ab 1933 vom NS-Regime gefördert.

Die Kabinett-Ausstellung zeigt Spielzeugsoldaten aus Zinn und "Massefiguren" vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Zeitlich reichen die Armeen im Miniaturformat vom Mittelalter bis zur Reichswehr der frühen 1930er Jahre. Highlight der Ausstellung ist eine komplette, handgefertigte Ritterburg, die dem Historischen Museum Bremerhaven kürzlich gestiftet wurde. Gezeigt werden außerdem "Wiking"-Schiffsmodelle der Kriegsmarine sowie Brett- und Quartettspiele aus den beiden Weltkriegen.

Vom Kontorbuch zum Mikrochip

Mit der Schreibmaschine zogen Frauen ins Büro ein
Kabinett-Ausstellung 10.02.2009 - 30.11.2009  

In den letzten 150 Jahren hat sich die Büroarbeitswelt stark verändert. Im Zuge der Industrialisierung nahm der Schriftverkehr zu und es entstanden neue Organisations- und Arbeitsformen. Eng verbunden mit dem technischen Fortschritt war der Einzug der Frauen in das zuvor von Männern dominierte Büro.

Die Kabinettausstellung zeigt Exponate vom einfachen Schreibgerät bis hin zum Computer. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Entwicklung der Schreibmaschine. Anhand von verschiedenen Schreibmaschinen, die um 1900 parallel in Gebrauch waren, werden die unterschiedlichen Drucktechniken erklärt. Die Ausstellung präsentiert bemerkenswerte Schreibmaschinenkonstruktionen, wie zum Beispiel die Zeigerschreibmaschine „Mignon 3“ oder die berühmte „Remington“ mit Unteraufschlag.

Neben der technischen Entwicklung von der Schreibmaschine bis zum ersten tragbaren Computer ist ein Büroensemble aus den 1930er Jahren zu sehen. Stehpult und Kontorbuch sowie Federhalter und Tinte waren lange Zeit zusammen mit der Schreibmaschine in Gebrauch. Fotografien aus Büros der 1930er Jahre vermitteln einen Einblick in die Arbeitswelt.

Geestemünde

Hafenstadt in preußischer Zeit
Sonderausstellung 04.07.2009 - 25.10.2009

Heute kennt man an der Nordseeküste Geestemünde als Stadtteil von Bremerhaven. Nur wenige Spuren erinnern daran, dass Geestemünde einmal eine selbstständige Hafenstadt gewesen ist. Ursprünglich hatte das Königreich Hannover den Hafen 1845 als Konkurrenz zum benachbarten bremischen Bremerhaven gegründet.

Ab 1866 erlebte Geestemünde in preußischer Zeit seinen städtischen und wirtschaftlichen Aufstieg und entwickelte als Hafenstadt ein eigenständiges Profil. Geestemünde war in den 1880er Jahren der größte Petroleumhafen in Deutschland. Der 1896 eröffnete Fischereihafen wurde zum größten des europäischen Kontinents. Mit den expandierenden Werften von Tecklenborg, Rickmers und Seebeck befanden sich international bedeutende Schiffbaubetriebe in Geestemünde.

Seit den 1880er Jahren entwickelte sich Geestemünde zu einer Kommune mit städtischer Prägung. Elektrizitätswerke, ein Krankenhaus, ein städtisches Museum und ein Filmtheater wurden eröffnet. Die Wirtschaftskrise als Folge des Ersten Weltkriegs beendete Geestemündes wirtschaftliche Prosperität. 1924 schloss sich die Stadt mit dem benachbarten Lehe zur Großstadt Wesermünde zusammen.

Erstmals bietet eine Sonderausstellung einen umfassenden Überblick über Geestemünde als Hafenstadt in preußischer Zeit. In Ergänzung zur Dauerausstellung im Historischen Museum Bremerhaven präsentiert die Sonderausstellung die heute nahezu vergessene Hafenstadt in einem fotografischen Rundgang. In Themen-Räumen lassen beeindruckende historische Fotografien die Zeit als preußische Hafenstadt wieder aufleben.

Ingeborg Steinhage "Zeichenhaftes"

Sonderausstellung 14.03.2009 - 01.06.2009

Im Rahmen der Literarischen Woche 2009 präsentierte die Volkshochschule Bremerhaven eine Ausstellung unter dem Motto "Schrift-Zeichen". Eine Fachjury prämierte die beste ausgestellte künstlerische Arbeit. Die Preisträgerin Ingeborg Steinhage zeigt in der Einzelausstellung "Zeichenhaftes" nicht nur ihre preisgekrönte Arbeit "Archiv der Zeichen", sondern auch die Hauptwerke aus den letzten 20 Jahren ihres Kunstschaffens.

Maritime Perspektiven

Fotografien von Wolfhard Scheer
Sonderausstellung 01.11.2008 - 25.02.2009

Die Sonderausstellung präsentiert großformatige Fotografien des bekannten Bremerhavener Fotografen Wolfhard Scheer. Aus ungewöhnlichen Perspektiven hat er Motive aus den Überseehäfen in Bremerhaven mit der Kamera festgehalten und so eindrucksvolle Stimmungsbilder geschaffen.

Wolfhard Scheer sagt selbst zu seiner fotografischen Passion für die Häfen: "Häfen, Schiffbau und maritime Technik. Für einen Fotografen ist das ein Arbeitsfeld von beeindruckender Dynamik. Als ich als junger Fotograf Ende 1971 zur Nordsee-Zeitung kam, begann im Überseehafen der Strukturwandel der Bremischen Häfen. Die Ostkaje wurde gebaut, die ersten Meter der Stromkaje wuchsen in die Weser. Seitdem hat es bei mir keinen Tag ohne den Hafen gegeben. Entstanden ist eine faszinierende Chronologie des Wachsens eines großen Hafens, der zu den bedeutendsten in Europa gehört und sich auch im Weltvergleich nicht zu verstecken braucht. Fotograf in Bremerhaven zu sein, ist nicht nur ein Job. Er braucht auch Leidenschaft und begeistert jeden Tag aufs Neue."

Die Landschaftsmalerin Sophie Wencke

Von der Bremerhavener Wencke-Werft nach Worpswede
Sonderausstellung 28.06.2008 - 12.10.2008

Die Sonderausstellung im Historischen Museum Bremerhaven ist die erste umfassende Ausstellung zu Leben und Werk der Landschaftsmalerin Sophie Wencke. Präsentiert werden über 40 Gemälde sowie Zeichnungen und Porzellanarbeiten aus verschiedenen Museen, Sammlungen und überwiegend aus Privatbesitz. Viele Werke werden erstmals öffentlich gezeigt. Weitere Schwerpunkte der Ausstellung bilden die Geschichte der Bremerhavener Wencke-Werft, der Familie Wencke und insbesondere die Biografie von Sophie Wencke. Dieser Ausstellungsteil zeigt Exponate aus der Sammlung des Historischen Museums Bremerhaven, aber auch persönliche Gegenstände und Fotografien aus Privatbesitz und präsentiert die Ergebnisse umfangreicher Archivrecherchen. Damit findet erstmals eine umfassende Würdigung einer Worpsweder Malerin statt, die bislang von der Forschung kaum berücksichtigt wurde.

Der Norddeutsche Lloyd

Lloydstadt Bremerhaven
Bremische Landesausstellung
30.06. 2007- 28.10.2007

Über 100 Jahre lang wickelte der Bremer Norddeutsche Lloyd sein operatives Geschäft vorwiegend in Bremerhaven ab. Bremerhaven wurde zur "Lloydstadt", in der zeitweise die Hälfte der Bevölkerung von der Arbeit bei der Bremer Reederei abhängig war. Generationen von Bremerhavenern arbeiteten in der Agentur, den Abfertigungsanlagen, beim Technischen Betrieb oder als Schiffspersonal beim Norddeutschen Lloyd.

Die Ausstellung im Historischen Museum Bremerhaven untersucht, inwieweit der Norddeutsche Lloyd die Entwicklung von Häfen, Wirtschaft und Infrastruktur in Bremerhaven beeinflusste. Weiterhin werden die verschiedenen Arbeitsfelder des Norddeutschen Lloyd und seine Reedereipolitik in ihren Auswirkungen auf Bremerhaven beleuchtet.

Zur Ausstellung wird ein umfangreiches Begleitprogramm mit Filmen, museumspädagogischen Aktionen, Führungen mit Zeitzeugen etc. veranstaltet.

Eistage

Expeditionsmalerei in der Antarktis von Gerhard Rießbeck
Sonderausstellung 16.09.2006 - 29.10.2006

Hin und wieder ermöglicht das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven auch Künstlern, an Expeditionen des Forschungseisbrechers "POLARSTERN" teilzunehmen. Der Maler Gerhard Rießbeck nutzte Anfang 2005 diese Gelegenheit und dokumentierte die 78-tägige Antarktisexpedition. Jeden Tag schuf er ein neues Bild.

Im Rahmen der Ausstellung EISTAGE wird dieser Bildzyklus zu sehen sein, ergänzt durch einige ausgewählte größere Kompositionen, die nach der Rückkehr aus dem Eis entstanden sind. Diese Bilder zeigen nicht nur spektakuläre Höhepunkte der antarktischen Natur, sondern vermitteln auch einen Einblick vom subtilen Reiz dieser ungeheuren Öde und von einer Schönheit, die jenseits der menschlichen Vorstellungskraft liegt.

Generationen: Kunst an der Kante 3

Sonderausstellung 01.07.2006 - 10.09.2006

Die Geestekaje vor dem Historischen Museum Bremerhaven wird in diesem Sommer wieder einer der schönsten Orte an der Küste sein. Landschaft, Geschichte und Kunst gehen in reizvoller Lage am Ufer der Geeste eine harmonische Verbindung ein.

Nach 1994 und 2000 zeigt das Historische Museum Bremerhaven im Jubiläumsjahr 2006 zum dritten Mal eine große Skulpturenausstellung unter dem Titel "Generationen: Kunst an der Kante 3". Auf der Kaje vor dem Museum, im Museumsinnenhof und im Sonderausstellungssaal sind figürliche Arbeiten in verschiedenen Formaten und aus unterschiedlichen Materialien ausgestellt. Die Skulpturen und Plastiken stammen von 33 gegenwärtigen und ehemaligen Studierenden von Professor Bernd Altenstein an der Hochschule für Künste in Bremen, der die künstlerische Leitung der Ausstellung übernommen hat und auch selbst ausstellt. So sind nicht nur verschiedene Generationen von Bildhauern in der Ausstellung vertreten, sondern der Ausstellungstitel verweist auch auf das 100-jährige Jubiläum des städtischen Museums.

Lebensbilder

Porträts aus der Sammlung des Historischen Museums Bremerhaven
Sonderausstellung 29.10.2005 - 01.05.2006

Das Historische Museum Bremerhaven hat eine Auswahl von Porträts aus seiner Gemäldesammlung zusammengestellt, die bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten aus Bremerhaven und Umgebung darstellen. Die Gemälde aus der Zeit von 1835 bis 1950 spiegeln ganz unterschiedliche Lebensbilder und Zeitströmungen wider. Die Bandbreite reicht vom dreijährigen Kind über eine Werftbesitzerin, einen Zollrat und einen Hafenbaudirektor bis hin zur alten Bäuerin. Ebenso unterschiedlich sind die Künstlerinnen und Künstler. Überregional bekannte Porträtmaler wie Franz von Lenbach sind in der Ausstellung vertreten, aber auch regional bedeutsame Maler/innen wie Paul Ernst Wilke, Maria Misselhorn oder Richard Flatters.

Polar/Blicke

Mit der "Polarstern" ins ewige Eis
Sonderausstellung 20.02.2003 - 03.04.2005

Hochseefischerei

Vergangene Arbeitswelten
Sonderausstellung 26.06.2004 - 26.09.2004

Ewald Blankenburg

Ansichten von Bremerhaven und Umgebung
Sonderausstellung 21.02.2004 - 18.04.2004

Im Dock

Schiffbau auf der Lloyd Werft Bremerhaven
Sonderausstellung 21.06.2003 - 19.10.2003

Bremerhaven

Eine Stadt und ihre Schiffe
Fotografien von Friedel Ditsche
Sonderausstellung 23.11.2002 - 30.03.2003

Brücke nach Übersee

Bremerhaven als Auswandererhafen
Sonderausstellung 29.06.2002 - 20.10.2002

180 Jahre Schiffbau

Portraits der Werften an Geeste- und Wesermündung
Sonderausstellung 27.10.2001 - 07.04.2002