Frischer Fisch und Frostfilet – Die Fischwirtschaft im Wirtschaftswunder

ExtraTour am 1. Dezember 2016 im Historischen Museum Bremerhaven

Am Donnerstag, den 1. Dezember 2016 um 15.30 Uhr bietet das Historische Museum Bremerhaven eine weitere ExtraTour durch die GalerieAusstellung „WirtschaftsWunderWelten – Werbefotografien der 1950er Jahre“ an. Historiker Matthias Loeber M.A. widmet sich während des Rundgangs den Themen Hochseefischerei und Fischwirtschaft in der Zeit des „Wirtschaftswunders“.

Die 1950er Jahre waren für die Hochseefischerei eine Zeit des Umbruchs. Viele Bremerhavener Trawler waren im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Unter der alliierten Militärregierung durften die Reedereien zunächst nur in geringem Umfang neue Schiffe bauen lassen. Erst ab 1949 lockerten sich die Richtlinien und der Aufschwung der Branche begann erneut. Mit einer Vielzahl von Seitentrawler-Neubauten wurde die Hochseefischerei wieder aufgenommen. Eine Zäsur bildete das Jahr 1957 mit der Indienststellung des ersten deutschen Hecktrawlers BX 655 „HEINRICH MEINS“. Der neue Schiffstyp hatte an Bord Platz für Verarbeitungs- und Tiefkühlanlagen und vereinfachte das Aussetzen und Einholen des Netzes. Damit war der Weg zum kombinierten Fang- und Fabrikschiff, der schwimmenden Fischfabrik, geebnet. Der seit Jahrzehnten übliche Frischfisch wurde zunehmend durch das tiefgekühlte, küchenfertige Filet abgelöst.

Hochseefischerei und Fischwirtschaft stellten in den 1950er Jahren den wichtigsten Wirtschaftszweig in Bremerhaven dar. Eine Vielzahl von Unternehmen war von der Fischerei abhängig. Die Werften bauten vorrangig Fischereifahrzeuge für die hiesigen Reedereien. Der Handel, die Gastronomie und sogar die Chemieindustrie waren Abnehmer der Fänge, die während der Auktionen in den Hallen des Fischereihafens versteigert wurden.

Diese Zusammenhänge sind auch in der GalerieAusstellung „WirtschaftsWunderWelten – Werbefotografien der 1950er Jahre“ zu sehen. So ist der Einfluss der Hochseefischerei in beinahe allen Abteilungen der Fotoausstellung wiederzufinden. Während des Rundgangs werden diese Verbindungen verdeutlicht und die große Relevanz der Fischwirtschaft in Bremerhaven beleuchtet.

Die Teilnahme ist im Museumseintritt von 5 Euro (ermäßigt 3,80 Euro) enthalten. Treffpunkt ist das Museumsfoyer.

Für die Medien:
Das Foto zeigt die Herstellung von Frostfilet in einem Werk der Continental Frost GmbH in Bremerhaven, Mitte der 1950er Jahre.
Foto: Historisches Museum Bremerhaven
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