Die 1970er Jahre – Eine Stadt im Umbruch

Neue Sonderausstellung im Historischen Museum Bremerhaven

Anfang der 1970er Jahre blickte man in Bremerhaven optimistisch in die Zukunft. Die gute Konjunkturlage animierte die Stadt zu zahlreichen öffentlichen Bauprojekten, die das Stadtbild veränderten. Eine „neue City“ mit Hochhäusern und Einkaufspassagen sollte das Stadtzentrum aufwerten. Neubauten für Unterhaltungs-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie für die Krankenversorgung und die Müllbeseitigung verbesserten die Infrastruktur von Bremerhaven.

Krisen und Strukturwandel
Ab Mitte der 1970er Jahre wurde Bremerhaven von den weltweiten Ölpreis- und Fischereikrisen erfasst. Die einseitige Ausrichtung auf die maritime Wirtschaft zeigte der Stadt die Grenzen des Wachstums auf. Schifffahrt, Schiffbau und Hochseefischerei gerieten in schwere Krisen. Der Container- und der Autoumschlag erwiesen sich hingegen als Wachstumsbranchen. Dennoch hatte sich Ende des Jahrzehnts eine Sockelarbeitslosigkeit verfestigt.

Alltag und Stadtleben
„Jung – modern – weltoffen“ – mit diesem Slogan warb die Stadt an der Wesermündung in den 1970er Jahren und führte ab nun selbstbewusst den Titel „Seestadt Bremerhaven“. Freizeitgestaltung und Konsum gewannen eine immer größere Bedeutung. Besuche von Musikveranstaltungen und gemeinsame Feiern waren bevorzugte Freizeitbeschäftigungen der Jugendlichen. Hotpants, Schlaghosen und Plateauschuhe entwickelten sich zu den Merkmalen einer bunten und vielfältigen Jugendkultur.

Die Sonderausstellung
In der Sonderausstellung im Historischen Museum Bremerhaven präsentieren sechs Themenräume ein spannendes Panorama der 1970er Jahre. Grundlage der Sonderausstellung bilden rund 250 Fotografien des Pressefotografen Johannes Fleck (1924-2003), die durch Aufnahmen von Wolfhard Scheer, der seit 1971 für die Bremerhavener Nordsee-Zeitung arbeitete, ergänzt werden. Die Fotografien lassen das Jahrzehnt in seinen zahlreichen Facetten lebendig werden. Darüber hinaus spiegeln ausgewählte Exponate aus der Sammlung des Historischen Museums Bremerhaven die prägenden Leitmotive der Zeit wider.

Konzeptioneller Bestandteil des Ausstellungskonzepts sind ExtraTouren durch die Ausstellung mit Zeitzeugen. In ErzählCafés, die sich an ExtraTouren anschließen, können Besucherinnen und Besucher darüber hinaus im Museum Erfahrungen aus der Zeit der 1970er Jahre austauschen und Erinnerungen wieder aufleben lassen. Das ausführliche Begleitprogramm kann auf der Website des Museums eingesehen oder der Tagespresse entnommen werden.

Die Sonderausstellung wurde finanziell unterstützt vom gemeinnützigen Förderkreis Historisches Museum Bremerhaven e. V. und vom Kulturveranstaltungsfonds des Landes Bremen für Bremerhaven.

Die Fakten
„Die 1970er Jahre – Eine Stadt im Umbruch“
Sonderausstellung 30.06.-25.11.2018
Historisches Museum Bremerhaven
An der Geeste, 27570 Bremerhaven
Di-So 10-17 Uhr. Eintritt frei.
Nähere Informationen zum Begleitprogramm mit Führungen durch die Ausstellung können einem Flyer entnommen werden oder
www.historisches-museum-bremerhaven.de sowie der Tagespresse.

Ein umfangreiches Begleitbuch zur Ausstellung erscheint Anfang August 2018.

Für die Medien:
Blick in einen der Themenräume der Sonderausstellung „Die 1970er Jahre“
(Foto: Historisches Museum Bremerhaven)

Stand: 29.06.2018

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