Berlin zeigt Ausstellung zur Bremerhavener Geschichte

Historisches Museum Bremerhaven unterstützt Deutsches Historisches Museum

Für Städtereisende und Kulturtouristen sind die Sonderausstellungen des Deutschen Historischen Museums in Berlin seit Jahren attraktive Anziehungspunkte. Das zentrale Bundesmuseum zur deutschen Geschichte widmet sich in seinen Ausstellungsprojekten großen Themen, die regelmäßig von mehreren hunderttausend Besuchern aufgesucht werden. Ab dem 13. Juni 2018 zeigt das Museum an der Straße Unter den Linden 2 im 1200 qm großen Sonderausstellungsgebäude eine Ausstellung, in dem auch die Entstehung und Entwicklung von Bremerhaven ausführlich dargestellt wird.

„Europa und das Meer“ lautet der Titel der Sonderausstellung, die erstmals den Fokus auf eine gesamteuropäische Perspektive legt. Anhand von 12 ausgewählten europäischen Hafenstädten präsentiert die Schau Themen, die die Bedeutung des Meeres als Herrschafts- und Handelsraum der Europäer, als Brücke und Grenze, als Ressource sowie als Sehnsuchts- und Imaginationsraum widerspiegeln. Wie mit kaum einer anderen Hafenstadt verbindet sich mit Bremerhaven die Geschichte der transatlantischen Auswanderungsbewegung, der Bremerhaven seinen Ursprung und Aufstieg verdankt. Daher wird in der Berliner Ausstellung ausführlich die Geschichte von Bremerhaven im Kontext der europäischen Auswanderung im 19. und 20. Jahrhundert dargestellt.

Auf der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern, die nicht nur eine thematische Zuarbeit, sondern auch entsprechende Exponatleihgaben zur Verfügung stellen können, wurde das Deutsche Historische Museum beim Historischen Museum Bremerhaven fündig. Auf der Grundlage des von der Bremerhavener Museumsleitung Dr. Anja Benscheidt und Dr. Alfred Kube verfassten Buches „Brücke nach Übersee – Auswanderung über Bremerhaven 1830 – 1974“ erarbeiteten die Berliner Ausstellungsmacher ein entsprechendes Konzept, das den Aufstieg von Bremerhaven und seiner wichtigsten Reederei, dem Norddeutschen Lloyd, im Zusammenhang mit dem Auswanderungsgeschäft beinhaltet.

Nach umfangreichen Recherchen in den Magazinen und Archiven des Historischen Museums Bremerhaven legten die Berliner Historiker eine lange Liste mit Leihgabenwünschen vor. Von historischen Druckgrafiken über Werbeplakate, Schiffsfahrpläne, Auswandererkoffer, Dioramen von Schiffsinnenräumen, Einrichtungsgegenstände von NDL-Dampfern bis hin zu Ansichten von Bremerhaven transportierte eine Kunstspedition eine LKW-Ladung an Exponaten aus dem Fundus des Historischen Museums Bremerhaven Ende Mai nach Berlin, wo der Ausstellungsaufbau bereits auf Hochtouren läuft.

Wer keine Möglichkeit hat, sich die Sonderausstellung „Europa und das Meer“, die vom 13.06.2018 bis zum 06.01.2019 im Deutschen Historischen Museum in Berlin läuft, selbst anzusehen, kann die Schau im umfangreichen Begleitband nachvollziehen. Hierin sind zahlreiche Exponate des Historischen Museums Bremerhaven abgedruckt. Unter dem Titel „Tanz auf dem Meer – Das Zeitalter der europäischen Massenmigration nach Übersee 1815 bis 1970“ verfasste Dr. Alfred Kube den einleitenden Aufsatz, in dem die Entwicklung von Bremerhaven im Kontext der europäischen Auswanderungsgeschichte ausführlich mit zahlreichen Abbildungen beschrieben wird.

Für die Medien:
Der Stahlstich aus der Zeit um 1841, der auch in der Berliner Ausstellung zu sehen sein wird, wurde nach einer Vorlage des Malers Johann Heinrich Sander gefertigt. Er stellt eine der ältesten Ansichten von Bremerhaven dar, mit Auswandererschiffen im Alten Hafen, dem Fort Wilhelm (links) und dem Bremischen Amtshaus (rechts vorne). (Original: Historisches Museum Bremerhaven)

Stand: 06.06.2018

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