Die Rückkehr von Johann Smidt aus Bayern

Historisches Museum erhält Porträts des Stadtgründers und seiner Frau gestiftet

Ein zentrales Exponat zur Gründungsgeschichte von Bremerhaven ist das zeitgenössische Porträt von Johann Smidt (1773-1857), das im Auftakt der Dauerausstellung des Historischen Museums Bremerhaven zu sehen ist. Nun erhielt das Museum ein nahezu identisches Porträt des Bremerhavener Stadtgründers, zusammen mit dem Porträt seiner Frau Wilhelmine (1777-1848), gestiftet. Die Doppelporträts vom Bremer Bürgermeister und seiner Frau haben eine kuriose Reise hinter sich, die im 19. Jahrhundert in Bremen begann, dann nach München und Seeon in Bayern führte und nun fast 200 Jahre später an der Geeste endete.

Die Frage, warum es mehrere identische Porträts von Johann Smidt gibt, ließ sich schnell klären. Das Ehepaar Smidt hatte zehn Kinder, und nach der Familienüberlieferung bekam jedes Kind Doppelporträts der Eltern geschenkt. Die Gemälde sind alle ähnlich, wurden also vermutlich in Serie von einem unbekannten Künstler gemalt. Die nun dem Museum gestifteten Doppelporträts aus der Biedermeierzeit hatte der Sohn Johann Hermann Smidt (1804-1879) seinerzeit von den Eltern erhalten. Deren gleichnamiger Enkel siedelte als Kaufmann von Bremen nach München über und der Urenkel des Bürgermeisters später nach Seeon in Bayern. Dort wurden die Gemälde über weitere drei Generationen weitervererbt auf Berend Smidt, der sie nun dem Historischen Museum Bremerhaven stiftete. Museumsdirektorin Dr. Anja Benscheidt freut sich, das Ehepaar Smidt nun komplett in der Sammlung zu haben: „Johann Smidt bezeichnete seine Frau Mine als das größte Glück seines ganzen Lebens, sie war der starke Rückhalt für ihn“.

Berend Smidt unternahm mit seiner Tochter und seinem Neffen die weite Reise aus dem Süden zum Historischen Museum Bremerhaven in den Norden, um den Wunsch seiner 2016 verstorbenen Mutter zu erfüllen. Im Elternhaus hingen die Doppelporträts stets an prominenter Stelle, auch nach dem Tod des Vaters. Die Mutter verfügte, dass die beiden Gemälde nach ihrem Tod an das Historische Museum Bremerhaven gestiftet werden sollen. Die bayrische Familie Smidt war überrascht, so viele Exponate mit Bezug zu Johann Smidt im Historischen Museum Bremerhaven zu sehen, beispielsweise den Schreibschrank aus Mahagoni, das transportable kleine Schreibbureau für die Reise, den silbernen Deckelpokal mit Lederfutteral und den Bürgermeister selbst lebensgroß als Skulptur und sein Porträt in Öl. Die Smidt-Nachfahren sind sich einig, dass die beiden Gemälde aus dem Besitz von Eltern bzw. Großeltern im Historischen Museum Bremerhaven einen würdigen Platz gefunden haben.

Anschließend wandelte die bayerische Familie Smidt auf den Spuren ihres Vorfahren Johann Smidt in Bremerhaven. Sie besuchten das Smidt-Denkmal auf dem Theodor-Heuss-Platz und bummelten über die Bürgermeister-Smidt-Straße zur Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche.

Für die Medien:
Das Foto zeigt Berend Smidt (Mitte) mit Tochter Simone Böhm, geb. Smidt und Neffe Christian Smidt sowie den Porträts von Johann und Wilhelmine Smidt vor dem „Arbeitszimmer“ des Bremer Bürgermeisters. Links im Bild: Museumsdirektorin Dr. Anja Benscheidt.

Stand: 30.05.2018

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