Kriegsspielzeug macht Jungen mit dem Militärdienst vertraut

Kabinett-Ausstellung 01.12.2009 – 20.06.2010

Durch die Einführung der Wehrpflicht in Preußen im Jahr 1813 hielt das Militärwesen Einzug in den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Gleichzeitig etablierten sich Blei- und Zinnsoldaten als typisches Jungenspielzeug. Von 1933 bis 1945 setzten die Nationalsozialisten gezielt Kriegsspielzeug ein, um Jungen schon im Kindesalter auf den Kriegsdienst vorzubereiten.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Zinnsoldaten in großen Mengen und preiswert produziert. Die Gestaltung der Spielzeugsoldaten orientierte sich detailgetreu an zeitgenössischen und historischen Vorbildern. Um 1900 kamen unter den Markennamen Lineol und Elastolin Spielzeugsoldaten aus einer Holzstaub-Leim-Masse auf den Markt. Die „Massefiguren“ wurden in Gestalt, Uniform und Ausrüstung der jeweils aktuellen deutschen Armee angepasst. Ihre Produktion wurde ab 1933 vom NS-Regime gefördert.

Die Kabinett-Ausstellung zeigt Spielzeugsoldaten aus Zinn und „Massefiguren“ vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Zeitlich reichen die Armeen im Miniaturformat vom Mittelalter bis zur Reichswehr der frühen 1930er Jahre. Highlight der Ausstellung ist eine komplette, handgefertigte Ritterburg, die dem Historischen Museum Bremerhaven kürzlich gestiftet wurde. Gezeigt werden außerdem „Wiking“-Schiffsmodelle der Kriegsmarine sowie Brett- und Quartettspiele aus den beiden Weltkriegen.

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